Die Deutsche Telekom will ihr stationäres Vertriebsnetz gezielt ausbauen und setzt dabei verstärkt auf kleinere, flexible Shop-Formate. Für 2027 sind bundesweit 50 neue beziehungsweise angepasste Formate geplant. Ziel ist es, zusätzliche Marktpotenziale zu erschließen und die Präsenz in Regionen und Stadtgebieten zu stärken, die bislang weniger gut abgedeckt sind.
Im Mittelpunkt der Strategie stehen persönliche Beratung, digitale Services und eine stärkere Verzahnung unterschiedlicher Vertriebskanäle. Neben klassischen Shops sollen künftig verstärkt Shop-in-Shop-Lösungen, Pop-ups und weitere kompakte Formate zum Einsatz kommen.
Flexible Formate sollen neue Standorte ermöglichen
Die Telekom will die neuen Konzepte sowohl im eigenen Vertrieb als auch bei Partneragenturen und Telekom Partnern einsetzen. Größe und Ausstattung sollen sich stärker an Kundenfrequenz, Standortbedingungen und lokalem Marktpotenzial orientieren.
Dadurch können auch Standorte wirtschaftlich erschlossen werden, für die ein klassischer Telekom Shop zu groß oder zu aufwendig wäre. Gleichzeitig will das Unternehmen die persönliche Beratung vor Ort beibehalten und mit digitalen Angeboten ergänzen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Shop-in-Shop-Modell wird in Coesfeld getestet
Ein erstes neues Format wurde Ende August in einem Expert-Shop in Coesfeld eröffnet. Dort nutzt die Telekom ein Shop-in-Shop-System, das innerhalb der bestehenden Verkaufsfläche einen eigenen Beratungsbereich schafft.
Nach Unternehmensangaben fallen die bisherigen Rückmeldungen positiv aus. Auch Abschlussquote und Kundenzufriedenheit entwickelten sich bislang gut. Die Erfahrungen aus Coesfeld sollen in die weitere Ausgestaltung des Formats einfließen.
Digitale Angebote werden stärker in Beratung integriert
Neben der räumlichen Flexibilität soll auch die Digitalisierung der Shops vorangetrieben werden. Kunden sollen Anwendungen und Services direkt ausprobieren können, während Verkäufer stärker durch digitale Werkzeuge unterstützt werden.
Die Telekom will dafür unter anderem die Mein Magenta App, Self-Service-Angebote und weitere digitale Dienste enger mit dem stationären Vertrieb verbinden. Standardisierte Aufgaben sollen zunehmend digital abgewickelt werden, damit mehr Zeit für komplexere Beratungsanliegen bleibt.
KI-Assistenz und Avatare kommen in den stationären Vertrieb
Auch KI-gestützte Lösungen sollen künftig im Shop-Alltag eine größere Rolle spielen. Die Telekom testet dazu Assistenzsysteme und digitale Avatare.
Ab 2027 soll der Welcome-Avatar MIA in Flagship Stores eingesetzt werden. Er übernimmt dort das digitale Wartezeitenmanagement und soll Kunden durch den ersten Teil des Besuchs führen.
Persönliche Beratung bleibt Kern der Strategie
Trotz stärkerer Digitalisierung setzt die Telekom weiterhin auf persönliche Erreichbarkeit. Die neuen Formate sollen deshalb nicht den klassischen Shop ersetzen, sondern das Vertriebsnetz ergänzen und flexibler machen.
Damit verfolgt der Konzern einen hybriden Ansatz: Vor-Ort-Beratung bleibt erhalten, gleichzeitig werden digitale Services, kleinere Flächen und neue Betriebsmodelle genutzt, um zusätzliche Standorte wirtschaftlich abzudecken.





