Der chinesische Online-Marktplatz Temu hat sich mit dem US-Bundesstaat Texas auf einen Vergleich über drei Millionen US-Dollar geeinigt. Wie aus am Freitag veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, verpflichtet sich die zu PDD Holdings gehörende Plattform zu strengeren Datenschutzmaßnahmen, unabhängigen Sicherheitsprüfungen und zusätzlichen Kontrollen ihrer Produkte. Temu weist die erhobenen Vorwürfe weiterhin zurück. Die Vereinbarung ist zudem kein Schuldeingeständnis.
Kundendaten müssen auf US-Servern gespeichert werden
Im Mittelpunkt des Verfahrens standen laut Reuters Vorwürfe, die Temu-App greife unzulässig auf personenbezogene Informationen und Gerätefunktionen zu. Die texanischen Behörden äußerten zudem Bedenken hinsichtlich möglicher Datenzugriffe aus China.
Künftig muss Temu personenbezogene Daten texanischer Kunden auf Servern in den Vereinigten Staaten speichern. Übermittlungen nach China sind nur eingeschränkt zulässig, etwa wenn bestimmte Informationen zur Bestellabwicklung benötigt werden.
Die Vorgaben betreffen zunächst Kunden aus Texas und gelten nicht automatisch für sämtliche Nutzer in den USA.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Externe Prüfer untersuchen Temu-App
Ein unabhängiges Cybersicherheitsunternehmen soll den Programmcode der Shopping-App auf mögliche Schadsoftware und Spionagefunktionen überprüfen.
Damit reagiert der Vergleich auf Sicherheitsbedenken, die Texas bereits im Februar 2026 zu rechtlichen Schritten veranlasst hatten. Ob die beanstandeten Risiken tatsächlich bestanden, wurde durch die Einigung nicht gerichtlich festgestellt.
Bei Verstößen gegen bestimmte Datenschutz- und Sicherheitsauflagen drohen Temu zusätzliche Sanktionen von bis zu acht Millionen US-Dollar pro betroffenem Jahr.
Strengere Kontrollen für Kinderartikel und Bekleidung
Die Vereinbarung umfasst außerdem jährliche unabhängige Produktsicherheitstests. Dabei sollen insbesondere gefährliche Chemikalien und problematische Materialien in angebotenen Waren identifiziert werden.
Werden entsprechende Produkte entdeckt, muss Temu sie entfernen, verantwortliche Händler einschließlich verbundener Shops ausschließen und betroffene Verbraucher in Texas informieren. Zudem sind vollständige Erstattungen für die beanstandeten Waren vorgesehen.
Die zusätzlichen Kontrollen könnten den organisatorischen Aufwand für die internationale Handelsplattform erhöhen.
Weitere Verfahren gegen Temu bleiben bestehen
Nach Angaben der texanischen Behörden ist Texas der erste US-Bundesstaat, der entsprechende Datenschutzvorwürfe gegen Temu durch einen Vergleich beigelegt hat.
Andere Bundesstaaten führen weiterhin Verfahren gegen die Plattform. Ob sie ähnliche Anforderungen an Datenhaltung, Softwarekontrollen und Produktsicherheit stellen werden, bleibt offen.
Die Einigung zeigt, dass Datenschutz und Verbraucherschutz für internationale Online-Marktplätze zunehmend zu wichtigen regulatorischen Anforderungen werden. Für Temu endet damit ein Rechtsstreit, während die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen und weitere Verfahren noch ausstehen.


