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EHI: Stationärer Textilhandel verliert an Boden – besonders kleine Händler betroffen

Mehrere Anzüge auf einem Kleiderständer
Foto: Pixabay

Key takeaways

Die EHI-Studie 2025 zeigt: Der Textilhandel in Deutschland verliert Marktanteile und seine Rolle als Frequenzbringer in Innenstädten. Besonders kleine Händler kämpfen mit Umsatzrückgängen und dem Onlineboom.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der deutsche Einzelhandel erlebt einen grundlegenden Wandel, wie die aktuelle EHI-Studie „Stationärer Einzelhandel Deutschland 2025“ zeigt. Besonders der Textilhandel gerät unter Druck, während der Lebensmittelhandel mit einem Anteil von über 63 Prozent weiterhin den stationären Umsatz dominiert. Der Mode- und Accessoires-Sektor kommt nur noch auf 6,5 Prozent – mit 19.074 Verkaufsstellen bei gleichzeitigem Bedeutungsverlust im Innenstadtgeschehen.

Textilhändler verlieren Rolle als Kundenmagnet

Trotz seiner Rolle als klassischer Besuchsanlass für Stadtzentren verliert der stationäre Modehandel an Strahlkraft. Marco Atzberger vom EHI betont zwar die Bedeutung der Branche für die Besucherfrequenz, doch die aktuellen Zahlen sind ernüchternd: Bereits 2023 schwächelte der Umsatz, 2024 kam es zu einem weiteren Rückgang um 0,6 Prozent. Besonders kleine Fachgeschäfte leiden unter dieser Entwicklung. Große Ketten wie H&M (2,27 Mrd. €), Deichmann (1,9 Mrd. €) und C&A (1,6 Mrd. €) dominieren zunehmend den Markt.

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Onlineanteil steigt rasant

Die Digitalisierung hat die Branche grundlegend verändert. Laut EHI verfügen bereits über 70 Prozent der Vertriebslinien im Mode- und Accessoires-Segment über einen eigenen Onlineshop – ein Spitzenwert, übertroffen nur von Technik-Anbietern. Der Lebensmittelhandel hingegen hinkt mit einem Onlineanteil von 6,8 Prozent deutlich hinterher. Die Konkurrenz durch Plattformen wie Shein und Temu erhöht zusätzlich den Druck auf stationäre Anbieter.

Segmentstruktur und wachsende Konkurrenz

Innerhalb der Branche entfallen 56,7 Prozent des Umsatzes auf den vollsortimentierten Modehandel, gefolgt von Textildiscountern (17,7 %) sowie Schuh- und Lederwarenhändlern (15,6 %). Während internationale Onlineplattformen mit aggressiven Preisstrategien Marktanteile gewinnen, verändern sich auch die Erwartungen der Kunden hinsichtlich Sortiment und Liefergeschwindigkeit. Atzberger appelliert an Städte, Immobilienbesitzer und Händler, gemeinsam die Attraktivität des lokalen Modehandels zu stärken.

Zukunft durch Multichannel-Strategien

Die Studie soll verdeutlichen: Nur wer stationären und digitalen Handel sinnvoll verknüpft, wird langfristig bestehen. Vor allem Unternehmen mit technischer Kompetenz, logistischer Infrastruktur und starker Kundenbindung haben eine realistische Chance, sich im veränderten Marktumfeld zu behaupten. Der Lebensmittelhandel bleibt vorerst stabiler positioniert – dank frischer Ware, direktem Kundenkontakt und logistischen Herausforderungen, die Onlineangebote ausbremsen.

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