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Thalia investiert in Logistik: Neuer Omni-Channel-Hub mit 530 Robotern

Roboter in einem AutoStore Logistiksystem
Foto: AutoStore

Key takeaways

➟ Moderne Lagerrobotik und energieeffiziente Gebäudetechnik: Auf einem früheren Bergbauareal im Ruhrgebiet entsteht ein hochautomatisierter Standort für die Warenversorgung im Buchhandel.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Thalia hat am 1. Oktober 2026 seinen neuen Omni-Channel-Hub im Gewerbegebiet gate.ruhr in Marl offiziell in Betrieb genommen. Rund 100 Millionen Euro investierte das Buchhandelsunternehmen in den 56.000 Quadratmeter großen Standort, der künftig die Versorgung der Filialen und die Abwicklung des Onlinegeschäfts miteinander verbinden soll. An der Eröffnung nahm auch Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur teil.

Mit dem neuen Logistik- und Technologiezentrum erweitert Thalia seine Kapazitäten für die Belieferung von Buchhandlungen, Spielwarenfachgeschäften und Endkunden. Langfristig sollen dort laut Thalia bis zu 1.000 Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen.

Automatisierte Logistik mit 530 Robotern

Das technische Zentrum der Anlage bildet ein von Element Logic installiertes AutoStore-System. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um die derzeit leistungsfähigste Installation dieser Art in Deutschland. Insgesamt 530 Roboter übernehmen die automatisierte Ein- und Auslagerung von Waren.

Das System verfügt über 280.000 Behälterstellplätze und bietet Raum für bis zu zehn Millionen Artikel. Ergänzende Lagerbereiche übernehmen Produkte, die nicht automatisiert verarbeitet werden können. Hinzu kommen weitere Prozesse für Kommissionierung, Versand und Fulfillment.

Die neue Infrastruktur soll Warenströme zwischen stationärem Handel und E-Commerce effizienter organisieren. Thalia will dadurch die Verfügbarkeit unterschiedlicher Sortimente verbessern und Bestellungen flexibler bearbeiten.

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Bis zu 1.000 Arbeitsplätze auf ehemaligem Zechengelände

Der neue Standort befindet sich auf dem Areal der früheren Schachtanlage Auguste Victoria 3/7. Das Gewerbegebiet gate.ruhr entwickelt sich damit zu einem neuen Wirtschaftsstandort auf einer ehemals vom Steinkohlebergbau geprägten Fläche.

Zum Eröffnungszeitpunkt waren nach Angaben der Stadt Marl bereits 200 Menschen beschäftigt. Mittelfristig soll die Belegschaft auf rund 600 wachsen. Bei vollständigem Ausbau beziehungsweise in Spitzenzeiten sind bis zu 1.000 Arbeits- und Ausbildungsplätze vorgesehen.

Neben Tätigkeiten in Logistik und Technologie plant Thalia Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Berufsfeldern sowie Stellen für dual Studierende. Bürgermeister Thomas Terhorst bewertet die Ansiedlung als wichtigen Impuls für Marl und die gesamte Emscher-Lippe-Region.

Thalia stärkt Verbindung zwischen Filialen und Onlinehandel

Für Thalia ist die Investition Teil der langfristigen Weiterentwicklung seiner Vertriebs- und Logistikstruktur. Geschäftsführer Ingo Kretzschmar bezeichnete den Standort bei der Eröffnung als technologischen Baustein für die künftige Unternehmensentwicklung.

Der Hub soll sowohl stationäre Verkaufsstellen als auch private Besteller zuverlässig mit Büchern und weiteren Produktgruppen versorgen. Die Verbindung automatisierter Lagertechnik mit zusätzlichen Fulfillment-Leistungen ermöglicht eine gemeinsame logistische Infrastruktur für mehrere Vertriebskanäle.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur hob insbesondere die Bedeutung der Ansiedlung für den regionalen Strukturwandel hervor. Die Umwandlung des ehemaligen Bergbaustandorts in einen modernen Logistik- und Technologiestandort zeige neue wirtschaftliche Perspektiven für das Ruhrgebiet.

Energieeffizientes Gebäude mit Photovoltaik und Wärmepumpen

Bei der baulichen Umsetzung setzt Thalia auf energieeffiziente Gebäudetechnik. Der Komplex erfüllt den Effizienzhaus-40-Standard und verfügt über eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung. Wärmepumpen übernehmen die Wärmeversorgung.

Weitere Bestandteile des Umweltkonzepts sind begrünte Dächer und Fassaden, Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung sowie Flächen zur Förderung der Artenvielfalt. Dazu gehören Wildblumenbereiche und Nisthilfen.

Der Standort umfasst mehrere Logistikhallen und ein mehrgeschossiges Bürogebäude. Für Beschäftigte stehen außerdem eine Kantine, Sozialräume, ein Parkhaus mit etwa 500 Stellplätzen und 200 überdachte Fahrradabstellplätze zur Verfügung.

Mit der Inbetriebnahme des Omni-Channel-Hubs schafft Thalia zusätzliche Kapazitäten für die Verzahnung von Filialgeschäft und Onlinevertrieb. Gleichzeitig erhält die ehemalige Bergbauregion einen neuen Arbeitgeber mit langfristig angelegten Entwicklungsmöglichkeiten.

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