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Trump will Straße von Hormus nach Iran-Konflikt zu US-Territorium erklären

Donald Trump bei einer Pressekonferenz
Foto: Kyle Mazza / Thenews2 / depositphotos.com

Key takeaways

Die Auseinandersetzung um eine der wichtigsten Energierouten der Welt verschärft sich. Donald Trump stellt eine amerikanische Kontrolle der strategischen Meerenge in Aussicht, während Iran widerspricht und eingeschränkte Transporte bereits Ölpreise und internationale Lieferketten belasten.

Lesezeit ca. 3 Minuten

US-Präsident Donald Trump verschärft den Konflikt um die Straße von Hormus. Bei einem Auftritt in Garden City im Bundesstaat New York kündigte er an, die strategisch wichtige Meerenge nach einer Niederlage Irans zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären zu wollen. Wie ein solcher Anspruch umgesetzt werden könnte, ließ er offen.

Die USA besitzen keine Küste an der Passage zwischen Iran und Oman und verfügen dort über keine anerkannte territoriale Souveränität. Trumps Vorstoß ist daher vor allem als politische Machtdemonstration zu verstehen. Dennoch erhält die Äußerung wirtschaftliche Brisanz, weil Washington damit die künftige Kontrolle über eine der wichtigsten Energierouten der Welt zum Gegenstand des Konflikts macht.

Iran weist amerikanischen Anspruch zurück

Teheran reagierte umgehend, wie Fox News ausführlich berichtet. Iran betrachtet die Kontrolle über die Passage weiterhin als wichtigen strategischen Hebel gegenüber den USA und deren Verbündeten.

Der Schiffsverkehr ist infolge des Konflikts bereits drastisch zurückgegangen. Vor Beginn der Auseinandersetzungen passierten täglich mehr als 130 Schiffe die Route, zuletzt waren es nur noch wenige. Eine längerfristige Einschränkung trifft unmittelbar die internationalen Energie- und Warenströme.

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Hormus ist ein Nadelöhr des globalen Energiemarktes

Nach Daten der US-Energiebehörde EIA wurden 2024 täglich rund 20 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte durch die Straße von Hormus transportiert. Das entsprach etwa einem Fünftel des weltweiten Verbrauchs flüssiger Erdölprodukte. Hinzu kamen rund 20 Prozent des globalen Handels mit Flüssigerdgas.

Besonders wichtig ist die Passage für die Energieexporte der Golfstaaten und für asiatische Abnehmer wie China, Indien, Japan und Südkorea. Alternative Pipelines in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten können lediglich einen Teil der normalerweise über Hormus verschifften Mengen aufnehmen.

Die eingeschränkte Passage schlägt deshalb auf die Energiepreise durch. Brent-Rohöl notierte Mitte August nahe 90 Dollar je Barrel. Angriffe auf Tanker, die reduzierte Schifffahrt und die Aussicht auf weitere US-Sanktionen gegen Iran sorgen für zusätzliche Risikoaufschläge.

Die EIA rechnet für 2026 inzwischen mit einem durchschnittlichen Brent-Preis von rund 86,81 Dollar. Höhere Ölpreise verteuern neben Kraftstoffen auch Transporte, petrochemische Produkte und industrielle Prozesse. Damit steigen insbesondere für Europa zusätzliche Inflationsrisiken, während viele asiatische Volkswirtschaften noch unmittelbarer von Energieimporten aus der Golfregion abhängig sind.

Höhere Benzinpreise werden zum US-Innenpolitikthema

Auch amerikanische Verbraucher spüren die Folgen. Trump räumte ein, dass die Benzinpreise infolge des Konflikts gestiegen seien. Er forderte die Bevölkerung auf, die vorübergehende Belastung als Preis für das Ziel zu akzeptieren, Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern.

Politisch ist das riskant, weil Kraftstoffpreise in den USA besonders sichtbar auf die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage wirken. Gleichzeitig will Washington den ökonomischen Druck auf Teheran weiter erhöhen. US-Finanzminister Scott Bessent stellte zusätzliche Sanktionen in Aussicht.

Territorialanspruch stößt auf rechtliche Grenzen

Völkerrechtlich wäre eine amerikanische Übernahme der Straße von Hormus kaum mit der bestehenden Ordnung vereinbar. Iran und Oman grenzen unmittelbar an die Meerenge und verfügen dort über entsprechende Hoheitsrechte. Das internationale Seerecht sieht für stark genutzte Meerengen zudem grundsätzlich ein Recht auf Transitpassage vor.

Eine Erklärung des US-Präsidenten könnte diese Rechtslage nicht einseitig verändern. Auch eine dauerhafte militärische Kontrolle wäre nicht automatisch mit territorialer Souveränität gleichzusetzen. Trumps Aussage besitzt deshalb zunächst wesentlich größere politische als juristische Bedeutung.

Für die internationale Gemeinschaft wirft sie dennoch die Frage auf, welche Nachkriegsordnung Washington für den Persischen Golf anstrebt. Eine dauerhafte amerikanische Kontrolle über Hormus würde die geopolitischen Kräfteverhältnisse auf den Energiemärkten erheblich verändern.

Weltwirtschaft bleibt von Hormus abhängig

Für Unternehmen bedeutet der Konflikt vor allem steigende Unsicherheit. Reedereien müssen höhere Sicherheits- und Versicherungskosten berücksichtigen, während Logistikunternehmen, Fluggesellschaften und energieintensive Industrien durch höhere Treibstoff- und Rohstoffpreise belastet werden. Gleichzeitig wächst das Risiko neuer Störungen internationaler Lieferketten.

Eine von den USA kontrollierte Meerenge hätte weitreichende geopolitische Konsequenzen. Washington wäre nicht nur einer der größten Öl- und Gasproduzenten, sondern würde zugleich eine zentrale Exportader anderer Produzenten kontrollieren. Entsprechend aufmerksam dürften China, Indien, die Golfstaaten, Japan, Südkorea und Europa die weitere Entwicklung verfolgen.

Ob Trump tatsächlich einen territorialen Anspruch durchsetzen will oder die Ankündigung vor allem als Druckmittel gegenüber Teheran einsetzt, bleibt offen. Solange der internationale Schiffsverkehr durch Hormus jedoch massiv eingeschränkt ist, bleibt die Meerenge ein zentraler geopolitischer und wirtschaftlicher Risikofaktor.

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