United Parcel Service (UPS) will im Jahr 2026 bis zu 30.000 Stellen streichen und 24 weitere Standorte schließen. Die Maßnahmen sind Teil einer strategischen Neuausrichtung, bei der das Unternehmen seine Abhängigkeit von margenschwachen Aufträgen – insbesondere vom Großkunden Amazon – weiter reduziert.
UPS reagiert damit auf rückläufige Paketmengen und eine anhaltend schwache Nachfrage im E-Commerce-Sektor. Bereits 2025 hatte der Konzern 48.000 Arbeitsplätze abgebaut und 93 Betriebsgebäude geschlossen. Für das kommende Jahr ist erneut kein klassischer Stellenabbau mit Kündigungen geplant: Die Reduktion soll vor allem über natürliche Fluktuation und ein weiteres Abfindungsprogramm für Fahrer erfolgen.
Amazon-Volumen schrumpft weiter
Der Rückzug aus dem Geschäft mit Amazon erfolgt laut CEO Carol Tome weiterhin konsequent. Im laufenden Jahr will UPS nochmals täglich eine Million Sendungen weniger für den E-Commerce-Riesen befördern. Hintergrund ist laut Berichten von Reuters die geringe Profitabilität dieser Lieferungen, die UPS als „außerordentlich margenbelastend“ beschreibt. Amazon bleibt zwar der größte Einzelkunde, ist aber zugleich zunehmend ein Wettbewerber im Zustellgeschäft.
Amazon unaufhaltsam
Umsatzprognose überrascht positiv
Trotz der anhaltenden Umstrukturierungen konnte UPS im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten übertreffen. Die Jahresprognose für 2026 liegt mit erwarteten Einnahmen von 89,7 Milliarden US-Dollar (rund 82,5 Mrd. Euro) leicht über dem Vorjahreswert und auch über den Schätzungen der Finanzmärkte. Für die erste Jahreshälfte wird jedoch ein Umsatzrückgang erwartet – erst im zweiten Halbjahr soll die Erholung einsetzen, sobald der Amazon-Rückzug abgeschlossen ist.
Zusätzlich belastet den Konzern eine einmalige Abschreibung von 137 Millionen US-Dollar (rund 126 Millionen Euro) im Zusammenhang mit der beschleunigten Ausmusterung seiner MD-11-Frachterflotte. Auch der Wegfall der US-Zollfreigrenze für Billigimporte aus China – etwa von Anbietern wie Shein und Temu – stellt UPS vor neue Herausforderungen.


