Die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen haben 2025 spürbar gelitten. Laut Statistischem Bundesamt sanken die deutschen Exporte in die USA von Januar bis November im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 % auf 135,8 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum legten die Importe aus den USA um 2,2 % auf 86,9 Milliarden Euro zu. Diese gegenläufige Entwicklung führte zu einem deutlichen Rückgang des Exportüberschusses, der mit 48,9 Milliarden Euro den niedrigsten Stand seit dem Pandemiejahr 2021 erreichte.
Kraftfahrzeuge und Maschinen verlieren an Bedeutung
Zwar blieben Kraftwagen und -teile mit einem Exportwert von 26,9 Milliarden Euro das wichtigste Ausfuhrgut in die USA, doch verzeichnete diese Warengruppe einen Rückgang von 17,5 %. Auch Maschinenexporte schrumpften um 9 % auf 24,1 Milliarden Euro. Ein leichtes Plus gab es hingegen bei pharmazeutischen Erzeugnissen (+0,7 % auf 26,2 Milliarden Euro). Weitere Rückgänge betrafen unter anderem Datenverarbeitungsgeräte und optische Produkte (-6,1 %) sowie chemische Erzeugnisse (-14,2 %).
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USA nicht mehr wichtigster Handelspartner
Der gesamte bilaterale Warenumsatz zwischen Deutschland und den USA belief sich auf 222,8 Milliarden Euro und lag damit hinter dem Handelsvolumen mit China (230,8 Milliarden Euro). Die USA mussten somit die erst 2024 eroberte Spitzenposition als wichtigster Handelspartner wieder an China abgeben.
Importzuwächse bei Pharma und Luftfahrt
Auf der Importseite legten insbesondere pharmazeutische Produkte (+8,1 % auf 13,7 Milliarden Euro) sowie sonstige Fahrzeuge wie Flugzeuge und Schiffe (+26,5 % auf 11,2 Milliarden Euro) zu. Auch Elektronikimporte stiegen um 6,7 %. Rückläufig waren hingegen Erdöl und Erdgas (-13,5 %) sowie chemische Erzeugnisse (-1,7 %) und Maschinen (-0,7 %).
EU-Handel mit den USA im Plus – Irland dominiert Exportanstieg
Während Deutschlands Exporte in die USA rückläufig waren, stiegen die Gesamtexporte der EU um 4,7 % auf 515,9 Milliarden Euro. Dieses Wachstum ist allerdings fast ausschließlich auf einen starken Anstieg der irischen Exporte zurückzuführen (+60,6 %). Auch bei den EU-Importen aus den USA gab es ein Plus von 4,9 %, das vor allem auf Italien zurückzuführen ist. Der Handelsüberschuss der EU mit den USA wuchs um 4,2 % auf 190,1 Milliarden Euro.
Pharma als Träger des EU-Wachstums
Pharmazeutische Produkte stellten sowohl im Export als auch im Import die volumenstärkste Warengruppe im EU-USA-Handel dar. Irland war dabei der mit Abstand wichtigste Pharmaexporteur in die Vereinigten Staaten, während Italien die größten Mengen an US-Pharmaprodukten importierte.


