Kurz vor der nächsten Tarifrunde verschärft sich der Konflikt im Handel: Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte in Berlin und Brandenburg zu umfangreichen Warnstreiks auf. Ziel ist es, den Druck auf die Arbeitgeber vor den anstehenden Verhandlungen deutlich zu erhöhen.
Streiks im Einzel- und Großhandel ausgeweitet
Am 19. Juni sollen Beschäftigte im Berliner Einzelhandel sowie im Großhandel in Berlin und Brandenburg ihre Arbeit niederlegen. Während der Großhandel bereits einen Tag zuvor in den Streik eingetreten ist, können sich Beschäftigte im Brandenburger Einzelhandel erst nach Ablauf der Friedenspflicht beteiligen.
Mit den Arbeitsniederlegungen will Verdi ein deutliches Signal an die Arbeitgeber senden und Bewegung in die festgefahrenen Tarifgespräche bringen.
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Kritik an Angeboten der Arbeitgeber
Die bisherigen Angebote großer Handelskonzerne werden von der Gewerkschaft als unzureichend bewertet. Nach Einschätzung von Verdi führen die vorgeschlagenen Lohnerhöhungen angesichts steigender Lebenshaltungskosten real zu Kaufkraftverlusten für die Beschäftigten.
Gleichzeitig verweist die Gewerkschaft auf hohe Gewinne der Branche. Große Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren Milliardenüberschüsse erzielt, während die Einkommen vieler Beschäftigter vergleichsweise niedrig geblieben seien.
Kundgebung als Höhepunkt der Proteste
Zentraler Bestandteil des Streiktages ist laut Verdi eine Kundgebung am Berliner Wittenbergplatz. Dort wollen die Streikenden gemeinsam mit der Künstlerin Bernadette La Hengst eine musikalische Protestaktion durchführen.
Mit dieser öffentlichkeitswirksamen Aktion soll auf die Forderungen der Beschäftigten aufmerksam gemacht und zusätzliche Unterstützung mobilisiert werden.
Forderungen nach spürbaren Lohnerhöhungen
Verdi fordert für den Einzelhandel eine Erhöhung der Entgelte um sieben Prozent, mindestens jedoch 222 Euro monatlich. Zudem verlangt die Gewerkschaft einen Mindeststundenlohn von 14,90 Euro sowie höhere Ausbildungsvergütungen.
Auch im Großhandel stehen deutliche Gehaltssteigerungen im Fokus. Hier werden monatliche Erhöhungen von 220 Euro gefordert. Beide Tarifverträge sollen jeweils eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
Hintergrund der Forderungen ist die angespannte Einkommenssituation vieler Beschäftigter. Ein großer Teil erreicht selbst nach jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit keine auskömmliche Rente, während gleichzeitig die Lebenshaltungskosten weiter steigen.





