Villeroy & Boch hat im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet, bewertet die Geschäftsentwicklung angesichts des schwierigen Marktumfelds jedoch insgesamt als zufriedenstellend. Geopolitische Spannungen, strukturelle Veränderungen im Portfolio sowie eine schwache Baukonjunktur prägten die Entwicklung des Konzerns.
Umsatzrückgang und negatives Konzernergebnis
Der Konzernumsatz lag bei 635,8 Millionen Euro und damit 12,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte fiel der Rückgang mit 7,4 Prozent moderater aus. Gleichzeitig sank das operative EBIT auf 34,5 Millionen Euro nach 47,8 Millionen Euro im Vorjahr.
Das Konzernergebnis rutschte in den negativen Bereich und lag bei minus 6,8 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren vor allem steuerliche Sondereffekte, die größtenteils nicht zahlungswirksam sind. Positiv entwickelte sich hingegen der Auftragsbestand, der auf 199,9 Millionen Euro anstieg.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Bad & Wellness unter Druck
Der Bereich Bad & Wellness verzeichnete einen deutlichen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent auf 504,4 Millionen Euro. Neben der Veräußerung von Geschäftsteilen wirkten sich insbesondere geopolitische Spannungen im Nahen Osten belastend aus.
Während einzelne europäische Märkte wie Italien oder Ungarn Wachstum zeigten, gingen die Umsätze in anderen Regionen teils deutlich zurück. Auch die schwache Baukonjunktur in wichtigen Märkten belastete die Entwicklung. Das operative Ergebnis des Segments fiel entsprechend spürbar niedriger aus.
Dining & Lifestyle stabilisiert Geschäft
Deutlich robuster präsentierte sich der Bereich Dining & Lifestyle. Der Umsatz blieb mit 130,0 Millionen Euro nahezu stabil, währungsbereinigt wurde sogar ein leichtes Wachstum erzielt.
Besonders positiv entwickelte sich der Onlinehandel, der um mehr als 16 Prozent zulegte. Auch neue Produktlinien trugen zur Stabilisierung des Geschäfts bei. Das operative EBIT stieg leicht auf 5,0 Millionen Euro.
Geopolitische Unsicherheiten bleiben Risiko
Das wirtschaftliche Umfeld bleibt von Unsicherheit geprägt. Geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, sowie konjunkturelle Risiken könnten die Geschäftsentwicklung auch im weiteren Jahresverlauf belasten.
Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen durch strategische Maßnahmen wie die Integration von Ideal Standard langfristig besser aufgestellt, um auch in schwierigen Zeiten Wachstumspotenziale zu nutzen.
Prognose für 2026 bestätigt
Trotz der aktuellen Herausforderungen hält Villeroy & Boch an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein operatives EBIT von rund 75 Millionen Euro.
Allerdings geht der Vorstand davon aus, dass Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal noch deutlicher unter dem Vorjahr liegen könnten. Der steigende Auftragsbestand und die stabile Entwicklung im Konsumgüterbereich werden jedoch als positive Signale gewertet.






