Stablecoins werden für internationale Geldtransfers in Deutschland bislang nur selten genutzt. Das zeigt der „Money Travels 2026“-Report von Visa Von denjenigen, die grenzüberschreitend Geld senden oder empfangen oder dies planen, nutzen lediglich 5 Prozent Stablecoins oder würden dies tun.
Mit mehr Schutz steigt die Nutzungsbereitschaft deutlich
Das geringe Interesse könnte sich laut Umfrage stark verändern, wenn zusätzliche Schutzmechanismen angeboten würden. 46 Prozent der relevanten Befragten würden Stablecoins wahrscheinlich nutzen, wenn Schutzmaßnahmen auf Bankniveau und eine Einlagensicherung vorgesehen wären.
Visa weist allerdings darauf hin, dass dieses Szenario hypothetisch ist. Stablecoins sind derzeit nicht durch klassische Einlagensicherungssysteme abgesichert.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Mehr als die Hälfte kennt Stablecoins nicht
Ein wesentliches Hindernis bleibt die geringe Bekanntheit. 54 Prozent aller Befragten haben nach eigenen Angaben noch nie von Stablecoins gehört.
Auch bei denjenigen, die den Begriff kennen, bestehen Wissenslücken. 29 Prozent gehen davon aus, dass Stablecoins ähnlich stark schwanken wie Bitcoin. Ebenfalls 29 Prozent wissen, dass Stablecoins darauf ausgelegt sind, ihren Wert möglichst stabil zu halten.
Vertrauen hängt stark vom Anbieter ab
Beim grenzüberschreitenden Geldtransfer genießen Stablecoins bislang deutlich weniger Vertrauen als etablierte Verfahren. 40 Prozent der Befragten, die internationale Transfers nutzen oder planen, vertrauen Stablecoins. Bei digitalen Überweisungen per Onlinebanking oder App sind es 87 Prozent, bei Bargeldtransfers 84 Prozent.
58 Prozent sagen zudem, dass ihr Vertrauen in eine neue Transferform stärker vom jeweiligen Anbieter als von der zugrunde liegenden Technologie abhängt. Globale Zahlungsnetzwerke erreichen beim Umgang mit digitalen Währungen mit 62 Prozent den höchsten Vertrauenswert, gefolgt von Staat oder Zentralbank mit 49 Prozent und traditionellen Geschäftsbanken mit 47 Prozent.
Betrug bleibt zentrales Problem
28 Prozent derjenigen, die bereits internationale Geldtransfers genutzt haben, waren nach eigenen Angaben schon von Betrug betroffen. Genannt wurden unter anderem gefälschte Nachrichten sowie Angebote für Waren oder Dienstleistungen, die nie geliefert wurden.
22 Prozent der Betroffenen berichten von KI-generierten Nachrichten. Gleichzeitig sorgen sich 33 Prozent der Befragten mit Erfahrung oder Interesse an internationalen Transfers stark vor KI-gestütztem Betrug, etwa durch Deepfakes.
Mehrheit würde Geschwindigkeit für mehr Sicherheit opfern
Die Umfrage zeigt auch einen Zielkonflikt zwischen Tempo und Schutz. 53 Prozent würden eine App bevorzugen, die einen Transfer um 24 Stunden verzögert und dafür erweiterten KI-Schutz bietet.
47 Prozent würden sich dagegen für eine Echtzeitüberweisung mit Standardschutz entscheiden. Für Visa zeigt sich damit, dass Sicherheitsmechanismen für die Akzeptanz neuer Zahlungsformen eine zentrale Rolle spielen.




