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Zölle treiben Welthandel in den Umbruch – Allianz Trade warnt

Voll beladenes Container-Schiff auf dem Meer
Foto: Peter Lindenau / Pixabay

Key takeaways

Die neue Allianz-Trade-Studie zeigt: Zölle und geopolitische Risiken treiben eine massive Umstrukturierung des Welthandels. Besonders deutsche Exporte sind betroffen. Friendshoring, Klimawandel und neue Drehkreuze wie Vietnam und die Emirate verändern Lieferketten und stellen etablierte Handelsinfrastrukturen weltweit vor große Herausforderungen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Welt des internationalen Handels steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Laut einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Allianz Trade hat sich das durch neue Zölle und protektionistische Maßnahmen betroffene Handelsvolumen seit 2024 nahezu verdreifacht. Betroffen sind Waren im Wert von rund 2,7 Billionen US-Dollar (ca. 2,5 Billionen Euro), was fast 20 Prozent der globalen Importe entspricht. Bis Oktober 2025 wurden 309 neue Zölle eingeführt – fast doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2024.

Deutschland unter wachsendem Exportdruck

Besonders hart trifft der Wandel Exportnationen wie Deutschland. Während 2023 nur etwa zwei Prozent der deutschen Ausfuhren von neuen Zollmaßnahmen betroffen waren, lag dieser Wert Mitte November 2025 bereits bei rund 25 Prozent. Die Entwicklung zeigt, wie stark Deutschland von globalen Handelskonflikten abhängig ist – und wie anfällig die Lieferketten in einer fragmentierten Weltordnung werden.

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Vom Effizienzdenken zur Resilienz

„Resilienz kommt inzwischen vor Effizienz“, erklärt Dr. Jasmin Gröschl, Senior Volkswirtin bei Allianz Trade. Unternehmen seien zunehmend bereit, längere Transportwege in Kauf zu nehmen, solange die Ware verlässlich ankommt. Das zeigt sich auch in der Handelsverlagerung hin zu politisch verbündeten Regionen. Der sogenannte „Friendshoring“-Trend gewinnt an Bedeutung: Länder mit ähnlicher politischer Ausrichtung handeln häufiger miteinander und reduzieren so das Risiko geopolitischer Konflikte.

Fragmentierung beschleunigt Umstrukturierung

Die geopolitische Distanz wirkt sich messbar auf den bilateralen Handel aus. Laut Allianz Trade führt ein Anstieg dieser Distanz um zehn Prozent zu einem Rückgang des Handelsvolumens zwischen den betroffenen Ländern um rund zwei Prozent. Diese Entwicklung verstärkt die Notwendigkeit, Lieferketten neu zu denken – sowohl regional als auch strategisch.

Wachstum durch Umwege

Obwohl das weltweite Handelswachstum 2025 voraussichtlich bei nur zwei Prozent liegt, gehen mehr als die Hälfte davon auf Sondereffekte zurück: eine Umleitung von US-Importen weg von China, vorgezogene Lieferungen vor neuen Zöllen sowie eine stärkere Diversifizierung der Lieferantenstruktur. Für die Jahre 2026 und 2027 rechnet Allianz Trade mit einem deutlich geringeren Wachstum von nur 0,6 bzw. 1,8 Prozent.

Neue Knotenpunkte im Welthandel

Mit dem Wandel in den Lieferketten verschieben sich auch die globalen Handelszentren. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam und Malaysia zählen laut Allianz Trade zu den aufstrebenden Drehkreuzen der Zukunft. Sie profitieren von Investitionen in Infrastruktur, ihrer strategischen Lage und neuen Handelsabkommen. Auch Länder wie Saudi-Arabien und Kasachstan steigen im Ranking auf, während etablierte Standorte wie Indien oder Südafrika durch mangelnde Konnektivität ins Hintertreffen geraten.

Klimarisiken bedrohen maritime Infrastruktur

Neben geopolitischen Risiken rücken klimatische Herausforderungen zunehmend in den Fokus. Engpässe wie der Suez- und Panamakanal sind nicht nur politisch verletzlich, sondern leiden auch unter klimabedingten Wasserstandsproblemen. Binnenhäfen wie Hamburg, aber auch große asiatische und europäische Häfen, sehen sich mit steigenden klimatischen Belastungen konfrontiert. Besonders betroffen sind dabei Standorte mit niedrigen Wasserständen wie der Jangtse in China oder der Rhein in Deutschland.

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