Xiaomi hat im Geschäftsjahr 2025 ein deutliches Wachstum erzielt und trotz vergleichsweise schwachem vierten Quartal neue Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn erreicht. Der Konzern profitierte laut Jahresbericht insbesondere vom starken Ausbau seines Elektroauto-Geschäfts sowie wachsender Erlöse im IoT- und Servicebereich. Gleichzeitig zeigt sich im Kerngeschäft mit Smartphones zunehmender Margendruck.
Rekordzahlen dank neuer Geschäftsfelder
Der Gesamtumsatz stieg um 25 Prozent auf rund 457 Milliarden RMB (ca. 59 Milliarden Euro). Noch dynamischer entwickelte sich der Gewinn: Der Jahresüberschuss legte um mehr als 76 Prozent auf 41,6 Milliarden RMB zu (ca. 5,4 Milliarden Euro). Auch der bereinigte Nettogewinn wuchs deutlich. Damit setzt Xiaomi seinen Wachstumskurs trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds fort.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Q4 im Detail: Wachstum bei Umsatz, Druck auf Ergebnis
Im vierten Quartal 2025 erzielte Xiaomi einen Umsatz von 116,9 Milliarden RMB (ca. 15,2 Milliarden Euro), ein Plus von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sank der Gewinn deutlich: Der Periodengewinn fiel um 27,3 Prozent auf 6,5 Milliarden RMB (ca. 0,85 Milliarden Euro), der bereinigte Nettogewinn um 23,7 Prozent auf 6,3 Milliarden RMB (ca. 0,82 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis ging um knapp 30 Prozent auf 6,2 Milliarden RMB zurück (ca. 0,81 Milliarden Euro).
Treiber der Entwicklung waren steigende Kosten sowie ein schwächeres Abschneiden des Smartphone-Segments, während die EV-Sparte weiter stark wuchs und ihren Umsatz im Quartal mehr als verdoppelte.
E-Auto-Sparte als zentraler Wachstumstreiber
Besonders stark entwickelte sich auf Gesamtjahresebene das Segment rund um Elektrofahrzeuge, künstliche Intelligenz und neue Initiativen. Der Umsatz in diesem Bereich verdreifachte sich nahezu auf über 100 Milliarden RMB. Mit mehr als 411.000 ausgelieferten Fahrzeugen etabliert sich Xiaomi zunehmend als ernstzunehmender Player im EV-Markt. Erstmals erreichte die Sparte zudem ein operatives positives Ergebnis.
Smartphone-Geschäft unter Druck
Das klassische Smartphone-Segment blieb hinter der Dynamik der neuen Geschäftsbereiche zurück. Zwar behauptete Xiaomi seine Position unter den weltweit führenden Herstellern, doch Umsatz und Margen standen unter Druck. Steigende Komponentenpreise, intensiver Wettbewerb und rückläufige Durchschnittspreise belasteten die Profitabilität.
IoT und Services wachsen stabil
Deutlich robuster entwickelte sich das Geschäft mit vernetzten Geräten und digitalen Dienstleistungen. Der IoT-Bereich legte zweistellig zu und profitierte von steigenden Absätzen bei Haushaltsgeräten und Wearables. Auch das margenstarke Internetgeschäft wuchs weiter und erreichte neue Höchstwerte bei Werbeerlösen.
Strategische Ausrichtung auf Ökosystem
Xiaomi treibt seine Strategie eines integrierten „Human × Car × Home“-Ökosystems weiter voran. Die Zahl vernetzter Geräte überschritt erstmals die Marke von einer Milliarde. Parallel investiert der Konzern massiv in Forschung und Entwicklung, insbesondere in KI, Halbleiter und autonome Systeme.
Hohe Investitionen in Zukunftstechnologien
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen 2025 um fast 38 Prozent auf über 33 Milliarden RMB. In den kommenden Jahren plant Xiaomi weitere massive Investitionen, um seine Position in Schlüsseltechnologien auszubauen. Eigene KI-Modelle und Fortschritte in der Robotik unterstreichen diesen Anspruch.
Gemischtes Bild im Schlussquartal
Im vierten Quartal zeigte sich ein differenziertes Bild: Zwar wuchs der Umsatz weiter, doch der Gewinn ging im Jahresvergleich deutlich zurück. Hauptgründe waren steigende Kosten und intensiver Wettbewerb, insbesondere im Smartphone-Geschäft.
Ausblick: Wachstum mit Risiken
Für die kommenden Jahre setzt Xiaomi auf die Skalierung seines EV-Geschäfts, den Ausbau seines Ökosystems und technologische Innovationen. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen konfrontiert mit steigenden Kosten, geopolitischen Unsicherheiten und wachsendem Wettbewerbsdruck in zentralen Märkten.


