Xiaomi hat sich im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem schwachen Jahresauftakt erholt, bleibt bei Umsatz und Ergebnis aber deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der chinesische Technologie- und Elektronikkonzern erzielte einen Umsatz von 108,9 Milliarden Yuan (rund 12,9 Milliarden Euro). Das waren 9,9 Prozent mehr als im Vorquartal, jedoch 6,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Damit verzeichnet Xiaomi das zweite Quartal in Folge einen Umsatzrückgang im Jahresvergleich. Im ersten Quartal waren die Erlöse um 10,9 Prozent gesunken. Zuvor hatte der Konzern über mehrere Quartale teils hohe zweistellige Wachstumsraten ausgewiesen.
Auch ergebnisseitig bleibt das Bild verhalten. Das operative Ergebnis erreichte 10,9 Milliarden Yuan (rund 1,3 Milliarden Euro) und lag damit 19,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn sank um 20,3 Prozent auf 9,5 Milliarden Yuan (rund 1,1 Milliarden Euro). Der von Xiaomi hervorgehobene bereinigte Nettogewinn von 6,2 Milliarden Yuan (rund 735 Millionen Euro) verbesserte sich dagegen um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Smartphone-Geschäft bleibt unter Druck
Das Geschäft mit Smartphones und AIoT-Produkten kam auf 84,0 Milliarden Yuan (rund 10,0 Milliarden Euro). Allein die Smartphone-Sparte erzielte 42,1 Milliarden Yuan (rund 5,0 Milliarden Euro) Umsatz. Weltweit lieferte Xiaomi 31,2 Millionen Smartphones aus.
Nach Angaben des Marktforschers Omdia gehört Xiaomi bei den weltweiten Auslieferungen seit 24 Quartalen zu den drei größten Smartphone-Anbietern. Steigende Speicherpreise und intensiver Wettbewerb belasten allerdings das Geschäft.
Xiaomi versucht gleichzeitig, den Produktmix stärker in Richtung höherpreisiger Geräte zu verschieben. Der durchschnittliche Smartphone-Verkaufspreis erhöhte sich im Jahresvergleich um 25,9 Prozent auf 1.351 Yuan (rund 160 Euro).
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Elektroautos gewinnen an Bedeutung
Deutlich ausgebaut hat Xiaomi sein noch junges Automobilgeschäft. Das Segment Elektroautos, KI und weitere neue Initiativen erzielte 24,9 Milliarden Yuan (rund 3,0 Milliarden Euro) Umsatz, 17,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon entfielen 23,9 Milliarden Yuan (rund 2,8 Milliarden Euro) auf Elektroautos.
Im zweiten Quartal wurden 104.199 Fahrzeuge ausgeliefert. Das entspricht einem Plus von 28,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit überschritt Xiaomi erstmals innerhalb eines Quartals die Marke von 100.000 Fahrzeugen.
Mit der im Juli vorgestellten SkyNomad-Reihe erweitert der Konzern sein Angebot zudem um SUVs mit Range Extender. Das Automobilgeschäft entwickelt sich damit zunehmend zu einer relevanten zweiten Säule neben Smartphones und vernetzter Elektronik.
IoT wächst, Forschungsausgaben steigen
Bei IoT- und Lifestyle-Produkten erreichte der Umsatz 31,3 Milliarden Yuan (rund 3,7 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorquartal war das ein Anstieg von 26,7 Prozent. Ende Juni waren 1,16 Milliarden Geräte ohne Smartphones und Tablets mit Xiaomis AIoT-Plattform verbunden, 17,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die Internetdienste erzielten 9,0 Milliarden Yuan (rund 1,1 Milliarden Euro) Umsatz. Weltweit stieg die Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf den Rekordwert von 766,5 Millionen.
Parallel investiert Xiaomi weiter kräftig in neue Technologien. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen im zweiten Quartal um 18,9 Prozent auf 9,2 Milliarden Yuan (rund 1,1 Milliarden Euro). Im ersten Halbjahr summierten sie sich auf 18,2 Milliarden Yuan (rund 2,2 Milliarden Euro). Schwerpunkte sind unter anderem KI-Modelle, Robotik und das Betriebssystem HyperOS.
Cashflow wieder positiv
Beim operativen Cashflow verbesserte sich die Lage gegenüber dem ersten Quartal. Er erreichte 3,8 Milliarden Yuan (rund 455 Millionen Euro), nachdem im Vorquartal noch ein Mittelabfluss von 1,8 Milliarden Yuan (rund 213 Millionen Euro) verzeichnet worden war.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erhöhten sich zum Quartalsende auf 37,3 Milliarden Yuan (rund 4,4 Milliarden Euro), nach 26,3 Milliarden Yuan (rund 3,1 Milliarden Euro) drei Monate zuvor.
Damit zeigt Xiaomi im Vergleich zum ersten Quartal eine operative Erholung. Im Jahresvergleich bleiben Umsatz und Gewinn jedoch rückläufig. Gleichzeitig steigen die Investitionen in neue Geschäftsfelder. Insbesondere das schnell wachsende Autogeschäft soll die Abhängigkeit vom umkämpften Smartphone-Markt verringern, muss seine langfristige Ergebnisqualität aber erst noch unter Beweis stellen.






