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Zahlungsmoral in Europa sinkt: Jedes vierte Unternehmen leidet

Zwei Personen, die an mehreren Euro-Geldscheinen ziehen
Foto: Cottonbro Studio / Pexels

Key takeaways

Die EOS-Studie „European Payment Practices 2025“ zeigt: Europas Zahlungsmoral verschlechtert sich weiter. Ein Viertel aller Rechnungen bleibt verspätet oder unbezahlt – mit teils existenzbedrohenden Folgen. Besonders betroffen sind Unternehmen in Osteuropa, während deutsche Firmen vergleichsweise besser dastehen. Externes Forderungsmanagement bleibt dennoch die Ausnahme.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Jedes Jahr werden in der EU rund 18 Milliarden Rechnungen ausgestellt – doch ein Viertel davon wird zu spät oder gar nicht bezahlt. Die neue EOS Studie „European Payment Practices 2025“ zeigt, dass sich die Zahlungsmoral in Europa weiter verschlechtert hat. Besonders betroffen sind Unternehmen in Rumänien, während Deutschland im internationalen Vergleich relativ gut abschneidet.

Wachsende Gefahr für Unternehmen

Laut der Befragung von 2.200 Finanzverantwortlichen aus elf europäischen Ländern führen verspätete Zahlungen bei fast jedem zweiten Unternehmen zu Gewinneinbußen. Jedes fünfte Unternehmen sieht sich durch ausbleibende Zahlungen in seiner Existenz bedroht. Insbesondere in Frankreich und Slowenien sind die Folgen gravierend. Als Hauptgründe für verspätete Zahlungen nennen Unternehmen kurzfristige Liquiditätsengpässe, Vergesslichkeit sowie das bewusste Ausnutzen von Zahlungszielen.

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Absichtliche Zahlungsverzögerung weit verbreitet

Insgesamt 34 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass Privatkunden Rechnungen absichtlich nicht pünktlich bezahlen – bei Geschäftskunden liegt der Wert bei 31 Prozent. In Deutschland sind diese Zahlen deutlich niedriger, was auf eine insgesamt höhere Zahlungsdisziplin hindeutet. Auch die durchschnittliche Zahlungsfrist liegt hier mit 22 Tagen (Privatkunden) und 31 Tagen (Geschäftskunden) unter dem europäischen Durchschnitt.

Kürzere Zahlungsziele als Reaktion

Die durchschnittlichen Zahlungsziele in Europa sind im Vergleich zu früheren Jahren deutlich gesunken. Privatkunden haben heute nur noch 23 Tage Zeit, Geschäftskunden 36 Tage – 2015 waren es im Schnitt noch 34 Tage für beide Gruppen. Am großzügigsten zeigt sich Spanien mit Fristen von bis zu 42 Tagen.

Forderungsmanagement bleibt oft intern

Trotz zunehmender Risiken setzen nur 37 Prozent der europäischen Unternehmen auf externe Dienstleister im Forderungsmanagement. In Deutschland ist dieser Anteil mit 40 Prozent leicht höher. Ein Drittel der Unternehmen kombiniert interne Prozesse mit externem Inkasso – nur 7 Prozent überlassen das Forderungsmanagement komplett den Profis.

Schlechte Zahlungsmoral als Konjunkturbarometer

Für die EOS Gruppe ist klar: Je später bezahlt wird, desto höher die Gefahr des Zahlungsausfalls. CFO Eva Griewel warnt davor, die Auswirkungen zu unterschätzen. CEO Marwin Ramcke sieht professionelles Mahnwesen als zentralen Bestandteil eines stabilen Liquiditätsmanagements – vor allem in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

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