Rund 3,8 Millionen Menschen in Deutschland lebten 2025 in Haushalten, die Rechnungen von Versorgungsbetrieben wie Strom- oder Gasanbietern nicht fristgerecht begleichen konnten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts entsprach das 4,6 Prozent der Bevölkerung.
Gegenüber 2024 hat sich die Lage leicht verbessert. Damals lag der Anteil noch bei 5,0 Prozent. Die Zahlen stammen aus der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen EU-SILC.
Mieter sind häufiger betroffen
Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied zwischen Miet- und Eigentümerhaushalten. 5,8 Prozent der Menschen in Mieterhaushalten lebten 2025 mit Zahlungsrückständen bei Versorgungsbetrieben.
Bei Menschen in Eigentümerhaushalten lag der Anteil dagegen bei 3,3 Prozent. Damit waren Mieter erheblich häufiger von offenen Strom-, Gas- oder vergleichbaren Rechnungen betroffen.
Die Zahlen zeigen, dass Belastungen durch Energie- und Wohnkosten weiterhin ungleich verteilt sind und Mieterhaushalte stärker unter finanziellen Engpässen leiden.
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Wohnungsnebenkosten steigen stärker als Gesamtinflation
Zusätzlich belastend wirken steigende Wohnungsnebenkosten. Im August 2026 lagen diese nach Angaben von Destatis 3,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Damit verteuerten sie sich etwas stärker als die Verbraucherpreise insgesamt, die im selben Zeitraum um 2,9 Prozent stiegen.
Zu den Wohnungsnebenkosten zählen unter anderem Wasserversorgung, Müllabfuhr, Gebäudereinigung, Aufzugswartung und weitere laufende Aufwendungen rund um die Immobilie.
Haushaltsenergie zuletzt etwas günstiger
Bei Haushaltsenergie zeigte sich zuletzt dagegen eine leichte Entspannung. Die Preise für Strom, Gas, Heizöl, Fernwärme sowie feste Brennstoffe lagen im August 2026 im Durchschnitt 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Damit setzte sich die zuletzt rückläufige Entwicklung bei einzelnen Energieträgern fort.
Allerdings verweist Destatis darauf, dass das Preisniveau weiterhin deutlich über dem Stand vor der Energiekrise liegt. Besonders 2022 waren die Kosten für Haushaltsenergie stark gestiegen.
Hohe Ausgangsbasis bleibt Belastungsfaktor
Der leichte Preisrückgang bedeutet deshalb nicht automatisch eine entsprechend starke Entlastung der Haushalte. Viele Verbraucher zahlen weiterhin deutlich mehr für Energie als vor wenigen Jahren.
Gleichzeitig erhöhen steigende Nebenkosten die laufenden Wohnkosten. Nachzahlungen können insbesondere für Haushalte mit geringer finanzieller Reserve zu zusätzlichen Belastungen führen.
Die Kombination aus weiterhin hohem Energiepreisniveau und steigenden Wohnungsnebenkosten dürfte deshalb ein wichtiger Grund dafür bleiben, dass ein relevanter Teil der Bevölkerung Rechnungen nicht rechtzeitig begleichen kann.





