Amazon baut seine Präsenz im US-Bundesstaat Indiana weiter aus und investiert rund 15 Milliarden US-Dollar (ca. 13,7 Milliarden Euro) in neue Rechenzentrumsstandorte. Der E-Commerce-Konzern reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach Rechenleistung, insbesondere für Anwendungen im Bereich künstliche Intelligenz (KI) und Cloud Computing. Im Fokus stehen neue Campus-Projekte im Norden des Bundesstaates, die eine Rechenzentrumsleistung von insgesamt 2,4 Gigawatt bereitstellen sollen.
Die Initiative ergänzt ein bereits im Vorjahr angekündigtes Investitionspaket in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar in St. Joseph County. Mit dem aktuellen Ausbau plant Amazon insgesamt 1.100 neue Arbeitsplätze in Bereichen wie Netzwerkbetrieb, Datentechnik, Sicherheit und Ingenieursmanagement zu schaffen. Darüber hinaus entstehen Tausende indirekte Jobs in der regionalen Lieferkette – etwa im Bauwesen und in der Glasfaserinstallation.
Partnerschaft mit Energieversorger NIPSCO bringt Vorteile für Bürger
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist eine Energievereinbarung mit dem regionalen Stromversorger NIPSCO. Diese sieht vor, dass Amazon sämtliche Kosten für Netzausbau, Kraftwerksneubauten und Infrastruktur übernimmt, ohne dass für lokale Haushalte und Unternehmen zusätzliche Gebühren entstehen. Insgesamt sollen so über 15 Jahre hinweg Einsparungen von rund 1 Milliarde US-Dollar (rund 915 Millionen Euro) für bestehende Kunden erzielt werden.
Ein neu gegründetes Tochterunternehmen von NIPSCO, GenCo, wird dabei die Energieversorgung der Amazon-Rechenzentren sicherstellen. Gleichzeitig soll die zusätzliche Stromproduktion von bis zu 3 Gigawatt auch zur Stabilisierung des regionalen Netzes beitragen – insbesondere in Hochlastzeiten wie Sommerhitze oder Winterkälte.
Amazon unaufhaltsam
Bildungsoffensive und Technologieförderung
Neben der wirtschaftlichen Dimension setzt Amazon verstärkt auf Bildungs- und Ausbildungsinitiativen. Dazu gehören Programme zur Schulung von Rechenzentrumstechnikerinnen und -technikern, Workshops zur Glasfasermontage sowie STEM-Angebote (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) für Schulen. Ziel ist es, die Region langfristig als Standort für Technologie und Innovation zu stärken.
Indiana gilt bereits seit Jahren als wichtiger Partner für Amazon. Seit 2010 hat das Unternehmen mehr als 31 Milliarden US-Dollar (rund 28,4 Milliarden Euro) in den Bundesstaat investiert und dabei knapp 25.000 direkte sowie über 27.000 indirekte Arbeitsplätze geschaffen. Mit dem jüngsten Projekt unterstreicht Amazon seinen Anspruch, als führender Anbieter im Bereich Cloud-Infrastruktur und KI-Anwendungen weiter zu expandieren – mit Fokus auf nachhaltiger Energie, lokaler Wertschöpfung und technologischem Fortschritt.


