Amazon will 2027 mehr als 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Das Unternehmen kündigte die Pläne beim „Invest in Germany Summit“ der Bundesregierung in Berlin, an dem auch NVIDIA-Ceo Jensen Huang teilnahm, an. Schwerpunkte sind Cloud-Infrastruktur, künstliche Intelligenz, Logistik, Satelliteninternet und Videoproduktionen. Allein 4,8 Milliarden Euro sollen in den Ausbau der AWS-Rechenzentrumsregion Frankfurt fließen. Bereits letzte Woche hatte Amazon das Investment bekanntgegeben.
AWS erhält 4,8 Milliarden Euro für Cloud und KI
Mit den geplanten Investitionen in die AWS Europa Region Frankfurt reagiert Amazon auf die steigende Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten. Bereits zwischen 2014 und 2023 investierte das Unternehmen dort 9,6 Milliarden Euro und kündigte weitere 8,8 Milliarden Euro für den Zeitraum bis 2026 an.
Zusätzlich betreibt AWS seit Januar 2026 seine European Sovereign Cloud in Brandenburg. Für diese europäische Cloud-Infrastruktur sind zwischen 2024 und 2040 Investitionen von 7,8 Milliarden Euro vorgesehen. Sie soll europäische Anforderungen an Datenhaltung und digitale Souveränität erfüllen.
Amazon unaufhaltsam
Logistikausbau schafft mehr als 3.000 Arbeitsplätze
Amazon erweitert sein deutsches Logistiknetz und rechnet durch bereits angekündigte Projekte mit mehr als 3.000 zusätzlichen Stellen. Neue Verteilzentren entstanden in Salzgitter, Ettenheim, Cottbus, Kassel und Dahlewitz.
In Zweibrücken wurde ein weiteres Logistikzentrum eröffnet, während in Könnern ein neuer Standort entsteht. Gleichzeitig modernisiert Amazon bestehende Anlagen mit Robotik und Automatisierung, darunter Standorte in Bad Hersfeld, Dortmund, Werne, Koblenz, Pforzheim und Rheinberg.
Insgesamt beschäftigt Amazon nach eigenen Angaben mehr als 40.000 festangestellte Mitarbeitende an über 100 deutschen Standorten. Seit 2010 hat das Unternehmen hierzulande mehr als 100 Milliarden Euro investiert, davon rund 15 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Zweites Forschungslabor für Robotik in Berlin
In Berlin plant Amazon ein zweites Forschungszentrum für Robotik und künstliche Intelligenz. Dort sollen Wissenschaftler sowie Fachkräfte aus der Hardware-, Software- und Systementwicklung an automatisierten Logistikprozessen arbeiten.
Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit zwischen Beschäftigten und intelligenten technischen Systemen. Amazon will damit die Effizienz seiner Abläufe verbessern und die Mitarbeitenden bei körperlichen und technischen Aufgaben unterstützen.
Satelliteninternet und Prime Video werden ausgebaut
Mit Amazon Leo entwickelt der Konzern ein satellitengestütztes Internetangebot, das auch schlecht erschlossene Regionen versorgen soll. Für den Aufbau des Netzwerks hat Amazon unter anderem 24 Raketenstarts beim europäischen Raumfahrtunternehmen Arianespace vereinbart.
Parallel investiert der Konzern in deutsche Film- und Fernsehproduktionen. Prime Video plant bis Ende 2027 mehr als 15 neue Projekte, darunter die Literaturverfilmung „Der erste letzte Tag“ und die Unterhaltungssendung „Holey Moley – Minigolf Extreme“.
Erneuerbare Energien und Wassereffizienz im Fokus
Amazon verweist außerdem auf Projekte für CO₂-freie Energie mit einer gemeinsamen Kapazität von mehr als 1,3 Gigawatt in Deutschland. Dazu zählen auch Windenergieanlagen in Nord- und Ostsee.
Bei seinen Rechenzentren setzt der Konzern nach eigenen Angaben überwiegend auf Außenluftkühlung. Für besonders warme Tage ist bei geplanten Anlagen die Nutzung gesammelten Regenwassers vorgesehen, um den Bedarf an kommunalem Wasser zu begrenzen.
Deutschland bleibt wichtiger Investitionsstandort
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wertet die Ankündigung als Signal für die Attraktivität Deutschlands als Technologie- und Wirtschaftsstandort. Insbesondere leistungsfähige Rechenzentren und industrielle KI gelten aus ihrer Sicht als wichtige Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit.
Amazon verbindet seine Investitionspläne mit dem Ausbau digitaler Infrastruktur, zusätzlicher Beschäftigung und neuen Dienstleistungen. Die angekündigten 16 Milliarden Euro sind allerdings geplante Ausgaben für 2027 und noch keine bereits realisierten Investitionen.




