Amazon treibt den Ausbau seines US-Lebensmittelgeschäfts weiter voran und integriert nun auch frische Lebensmittel in den bestehenden Same-Day-Lieferdienst. Wie das Unternehmen mitteilt, können Prime-Kunden nun in über 1.000 Städten in den USA frische Produkte wie Obst, Gemüse, Fleisch, Meeresfrüchte, Molkereiprodukte, Backwaren und Tiefkühlwaren gemeinsam mit Millionen weiterer Artikel des Amazon-Sortiments innerhalb weniger Stunden geliefert bekommen. Bis Ende 2025 soll der Service auf mehr als 2.300 Städte ausgeweitet werden.
Frischwaren und Elektronik aus einem Warenkorb
Mit dem neuen Angebot bringt Amazon die Logistik für Frischwaren in sein bestehendes Same-Day-Netzwerk ein, das bisher vor allem auf Elektronik, Haushaltswaren und Mode ausgerichtet war. Für Prime-Mitglieder ist die Lieferung ab einem Bestellwert von 25 Dollar kostenlos. Für kleinere Bestellungen fällt eine Gebühr von 2,99 Dollar an. Nicht-Prime-Kunden zahlen 12,99 Dollar pro Lieferung – unabhängig vom Bestellwert.
Amazon unaufhaltsam
Kombinierter Einkauf spart Zeit
Amazon hebt besonders den Komfort hervor, den die neue Kombinationsmöglichkeit bietet. „Kunden können nun Milch, Orangen und Tiefkühlpizza zusammen mit Elektronik oder Werkzeug bestellen – alles in einem Warenkorb, mit einer Lieferung“, erklärt Doug Herrington, CEO von Amazon Worldwide Stores. Erste Tests in Städten wie Phoenix, Orlando und Kansas City zeigen: Wer einmal frische Lebensmittel über Amazon bestellt hat, nutzt den Service häufiger als andere Kunden.
Frische-Produkte gehören zu den Bestsellern
In Testregionen verdrängen Lebensmittel inzwischen sogar Technikartikel in den Bestsellerlisten: Erdbeeren, Bananen, Äpfel und Avocados gehören zu den meistverkauften Artikeln im Same-Day-Sortiment. Herrington betont, dass viele Kunden nach einem ersten Test auch verstärkt zu Amazon Fresh und Whole Foods greifen – sowohl online als auch im stationären Handel.
Qualitätskontrollen und temperaturgeführte Zustellung
Um die Qualität der Frischprodukte zu sichern, setzt Amazon auf eine eigene, temperaturkontrollierte Lieferkette. Alle Produkte durchlaufen vor dem Versand einen sechsstufigen Qualitätscheck. Temperaturempfindliche Waren werden in isolierten, größtenteils recycelbaren Versandtaschen geliefert – wie bereits bei Amazon Fresh und Whole Foods etabliert.
Ein wachsender Milliardenmarkt in den USA
Amazon setzt mit dem Schritt auf einen Markt mit enormem Potenzial: Bereits 2024 erzielte der Konzern mit Lebensmitteln und Haushaltswaren einen Bruttoumsatz von über 100 Milliarden Dollar (rund 92 Milliarden Euro) – exklusive Whole Foods und Amazon Fresh. Der Ausbau des Angebots ist Teil der langfristigen Strategie, Prime-Kunden einen möglichst umfassenden Service aus einer Hand zu bieten. Die Ausweitung auf zusätzliche Städte und Gemeinden ist auch für 2026 geplant.
Amazons Lebensmittel-Initiativen in Deutschland
Amazon hat im vergangenen Jahr seine Strategie im deutschen Lebensmittelmarkt grundlegend neu ausgerichtet: Im Dezember 2024 wurde der eigene Lieferservice „Amazon Fresh“ in Berlin, Hamburg und München nach rund sieben Jahren eingestellt. Stattdessen setzt Amazon nun gezielt auf Kooperationen mit etablierten Anbietern: Bereits seit November 2024 ist die Zusammenarbeit mit dem Online-Supermarkt Knuspr aktiv – zunächst im Raum Berlin, seit Dezember auch im Rhein‑Main‑Gebiet und München – und das Sortiment umfasst über 15 000 Produkte inklusive frischer, gekühlter und tiefgefrorener Waren zu Supermarktpreisen
Darüber hinaus wird die Partnerschaft mit dem regionalen Lebensmitteleinzelhändler Tegut… fortgeführt, die Prime-Kunden in zahlreichen mittelhessischen und bayerischen Städten Zugang zu typischen Supermarktsortimenten bietet. Seit Februar 2025 stehen diese Lieferoptionen erstmals allen Amazon-Kund:innen in ausgewählten Regionen offen – inklusive Same‑Day‑Lieferung, attraktiver Rabattaktionen und Gratislieferungen für Erstnutzer.


