Amazon erhöht die Kosten für Händler in Europa und führt einen zusätzlichen Treibstoff- und Logistikzuschlag ein. Hintergrund sind gestiegene Energiepreise und höhere Betriebskosten infolge geopolitischer Spannungen.
Zuschlag trifft Händler in vielen europäischen Märkten
Für Verkäufer in Deutschland und weiteren europäischen Ländern wird ein Aufschlag von 1,5 Prozent auf die Versandgebühren erhoben, wie Amazom im Seller-Central mitteilt. Betroffen sind neben Deutschland unter anderem Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich. Auch Märkte wie Polen, Schweden und die Niederlande sind einbezogen.
Amazon unaufhaltsam
Unterschiedliche Starttermine je nach Versandmodell
Der Zuschlag für das Fulfillment-by-Amazon-Programm (FBA) tritt bereits ab dem 17. April 2026 in Kraft. Für den Multi-Channel-Versand (MCF) gilt ein späterer Starttermin: Hier wird die Zusatzgebühr ab dem 2. Mai 2026 erhoben.
Amazon begründet die Maßnahme mit gestiegenen Treibstoffkosten und höheren operativen Aufwendungen. Der Zuschlag sei notwendig, um zumindest einen Teil der zusätzlichen Belastungen auszugleichen.
Vergleich mit internationalen Märkten
In Nordamerika fällt der Aufschlag höher aus: In den USA und Kanada verlangt Amazon einen Zuschlag von 3,5 Prozent. Im europäischen Raum bleibt der zusätzliche Kostenanteil damit vergleichsweise moderat. Im Durchschnitt entstehen Händlern etwa 0,05 Euro zusätzliche Kosten pro Einheit, abhängig von Größe und Gewicht der Produkte.
Fokus auf Versand statt Produktpreise
Der Konzern betont, dass sich der Zuschlag ausschließlich auf Versandgebühren bezieht und nicht auf die Produktpreise selbst. Zudem liege die Erhöhung weiterhin unter dem Niveau vieler externer Logistikdienstleister.
Zur besseren Kalkulation hat Amazon interne Tools wie Gewinnanalysen, Einnahmenrechner und Gebührenübersichten angepasst. Händler können so die Auswirkungen der neuen Gebührenstruktur sowohl pro Produkt als auch auf ihr Gesamtgeschäft nachvollziehen.
Entwicklung bleibt unter Beobachtung
Amazon kündigte an, die weitere Entwicklung der Kostenlage genau zu verfolgen. Ob der Zuschlag dauerhaft bestehen bleibt, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Energiepreise und geopolitischen Situation ab.


