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Anta übernimmt 29 % von Puma – Deal über 1,5 Milliarden Euro

PUMA Headquarter in Herzogenaurach
Foto: PUMA

Key takeaways

Der chinesische Sportartikelkonzern Anta übernimmt 29 % der Anteile an Puma für 1,5 Milliarden Euro. Ziel der Transaktion ist eine stärkere internationale Positionierung beider Marken. Puma bleibt unabhängig, Anta will jedoch im Aufsichtsrat vertreten sein.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Wie sich bereits Anfang Januar angekündigt hat, übernimmt Anta Sports knapp ein Drittel der Puma-Anteile vom bisherigen Hauptaktionär Groupe Artémis. Der chinesische Sportartikelkonzern zahlt 1,5 Milliarden Euro in bar für den 29,06-prozentigen Anteil am deutschen Sportausrüster aus Herzogenaurach. Die Transaktion soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden und wird ausschließlich aus internen Mitteln finanziert, wie Anta Sports mitteilt.

Keine vollständige Übernahme geplant

Trotz der künftigen Rolle als größter Einzelaktionär hat Anta keine Pläne, ein Übernahmeangebot für Puma vorzulegen. Vielmehr betont das Unternehmen aus Hongkong, die Unabhängigkeit von Pumas Management und die bestehende Governance-Struktur respektieren zu wollen. Ziel sei es, eine angemessene Vertretung im Aufsichtsrat zu erhalten und eng mit den anderen Mitgliedern, inklusive Arbeitnehmervertretern, zusammenzuarbeiten – ohne die Markenidentität von Puma zu gefährden.

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Globalisierung und Wachstum im Fokus

Für Anta ist der Einstieg bei Puma ein strategischer Schritt zur weiteren Internationalisierung. Mit Marken wie FILA, Descente oder Amer Sports im Portfolio setzt der Konzern seit Jahren auf ein mehrmarkenfähiges Modell mit globalem Anspruch. In China ist Anta bereits führend im Markt für Sportbekleidung. Der Puma-Deal soll nun helfen, die Expansion nach Europa und in weitere Regionen zu beschleunigen.

Puma bringt neben starker Markenbekanntheit auch sportliche Assets in Bereichen wie Fußball, Running, Training, Basketball und Motorsport ein. Die geografischen Stärken beider Unternehmen – Asien bei Anta, Europa und Lateinamerika bei Puma – gelten als komplementär. Anta sieht in Puma langfristiges Potenzial, das sich aktuell noch nicht im Aktienkurs widerspiegle. Man wolle Vertrauen aufbauen und voneinander lernen, so Anta-Chef Ding Shizhong.

PUMA in finanzieller Neuaufstellung

Bereits Ende 2025 hatte PUMA mit einer neuen Finanzierung über mehr als 600 Millionen Euro auf schwierige Marktbedingungen reagiert. Ziel war es, operative Herausforderungen zu bewältigen, Investitionen abzusichern und bestehende Kreditlinien zu entlasten. Die Maßnahme stärkte nicht nur die kurzfristige Liquidität, sondern galt auch als Vertrauensbeweis der Banken in die strategische Neuausrichtung des Unternehmens. Die jetzt angekündigte Beteiligung von Anta Sports kommt vor diesem Hintergrund zur rechten Zeit – und könnte die angestoßene Stabilisierung weiter festigen.

Strategiewechsel als Ausgangspunkt

PUMA befindet sich seit dem dritten Quartal 2025 in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Mit dem Ziel, sich als globale Top-3-Marke zu positionieren, wurde der Fokus verstärkt auf Effizienz, Markenstärkung und das margenstärkere Direktkundengeschäft gelegt. Der Umsatzrückgang im Großhandel wurde bewusst in Kauf genommen, um langfristig die Markenbegehrlichkeit zu erhöhen. Die Beteiligung durch Anta Sports könnte nun strategisch dabei helfen, diesen Kurs zu stützen – insbesondere bei der Expansion im asiatischen Raum und dem Ausbau der digitalen Vertriebskanäle.

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