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USA: AWS reagiert auf Kritik an Rechenzentren mit neuem Community-Programm

Arbeiter in einem AWS Data Center
Foto: Amazon

Key takeaways

➟ AWS kündigt mit „Built Together“ zusätzliche Investitionen von mehr als einer Milliarde Dollar für US-Rechenzentrumsregionen an und formuliert zugleich neue Zusagen zu Strom, Wasser und Transparenz.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Amazon Web Services will seine Rechenzentrumsstrategie in den USA stärker mit Investitionen in Standortregionen verbinden. Mit dem neuen Programm „Built Together“ kündigt AWS zusätzliche Ausgaben von mehr als einer Milliarde US-Dollar über fünf Jahre an. Gleichzeitig formuliert der Konzern neue Grundsätze für Stromkosten, Wasserverbrauch, Transparenz, Beschäftigung und den Dialog mit Kommunen.

AWS reagiert auf wachsende Kritik an Rechenzentren

Der Ausbau von Rechenzentren für Cloud- und KI-Dienste sorgt in zahlreichen US-Regionen für Debatten über Stromnetze, Wasserverbrauch, Flächen und Emissionen. AWS-CEO Matt Garman stellt den Ausbau dagegen als strategische Infrastruktur für Wirtschaft und nationale Sicherheit dar.

Amazon verweist zugleich darauf, dass in den USA mehr als 100 Moratorien für neue Rechenzentren diskutiert würden. Das Unternehmen warnt davor, dass solche Beschränkungen den Ausbau digitaler Infrastruktur und damit die Wettbewerbsfähigkeit im Bereich künstliche Intelligenz bremsen könnten.

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Amazon legt eigene Rechenzentrumsgrundsätze fest

Mit dem „Amazon Data Center Commitment“ bündelt AWS eine Reihe von Zusagen für neue und bestehende Standorte. Dazu gehört unter anderem das Ziel, zusätzliche Energie- und Netzkosten selbst zu tragen, damit der Ausbau nach Unternehmensdarstellung nicht zu höheren Stromrechnungen für Anwohner führt.

Zudem will Amazon künftig jährlich Angaben zu Energieverbrauch, Energieeffizienz, Wasserverbrauch, Wassereffizienz und dem Anteil CO₂-freier Energie veröffentlichen. Neue Standorte sollen bei Backup-Systemen mindestens den EPA-Tier-4-Standard oder vergleichbare Vorgaben erfüllen.

Wasserverbrauch soll weiter sinken

Beim Thema Wasser verweist Amazon auf die eigene Effizienz der Rechenzentren. Nach Unternehmensangaben lag der durchschnittliche direkte Wasserverbrauch eines Amazon-Rechenzentrums zuletzt unter 13.000 Gallonen pro Tag.

Bis 2030 will AWS über seine Rechenzentrumsaktivitäten hinweg wasserpositiv werden und damit mehr Wasser in betroffene Regionen zurückführen, als selbst verbraucht wird. Ende 2025 sei dieses Ziel bereits zu 75 Prozent erreicht gewesen.

Mehr als eine Milliarde Dollar für Standortregionen

Das neue Programm „Built Together“ soll in den kommenden fünf Jahren zusätzlich mehr als eine Milliarde Dollar in Gemeinden mit Amazon-Rechenzentren bringen. Die Mittel sollen vor allem in Bildung, Berufsausbildung, Energieeffizienz, Wasserschutz und lokale Infrastruktur fließen.

Amazon plant unter anderem kostenlose Community-College-Angebote und Berufsausbildungen für Bewohner entsprechender Regionen. Über neue und bestehende Trainingszentren sollen bis Ende 2028 jährlich bis zu 100.000 Menschen für technische und handwerkliche Berufe qualifiziert werden.

Energieeffizienzprogramme für Schulen und Haushalte

Ein weiterer Teil des Programms richtet sich an Schulen, öffentliche Gebäude und private Haushalte. Zuschüsse sollen beispielsweise für Wärmepumpen, Dämmung, Batteriespeicher, Solaranlagen und effizientere Heiz- und Kühlsysteme genutzt werden.

Amazon plant über fünf Jahre Modernisierungen für mehr als 300 Schulen und öffentliche Gebäude sowie über 30.000 Haushalte. Die Maßnahmen sollen die monatlichen Energiekosten nach Unternehmensangaben um 20 bis 40 Prozent senken können.

Mehr Transparenz bei neuen Projekten

Amazon kündigt außerdem an, bei neuen Rechenzentrumsprojekten nicht länger auf Vertraulichkeitsvereinbarungen mit Behörden zu setzen. Frühzeitige Informationen, öffentliche Veranstaltungen und ein stärkerer Austausch mit Anwohnern sollen zum Standard werden.

Damit reagiert AWS auf die zunehmende politische und gesellschaftliche Debatte rund um den rasanten Ausbau von KI-Infrastruktur. Der Konzern verbindet weitere Investitionen in Rechenzentren künftig stärker mit lokalen Zusagen zu Infrastruktur, Arbeitsplätzen, Umwelt und Transparenz.

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