Künstliche Intelligenz ist in der Softwareentwicklung im DACH-Raum weit verbreitet, aber noch selten fest in den Prozessen verankert. Laut einer BearingPoint-Studie nutzen 91 Prozent der befragten Unternehmen KI bereits in der Entwicklung. 73 Prozent setzen die Technologie bislang punktuell ein, lediglich 18 Prozent haben sie dauerhaft in ihre Abläufe integriert.
Für die Untersuchung wurden 112 Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass der Einsatz von KI bislang nicht mit einem umfassenden Stellenabbau bei Softwareentwicklern einhergeht. Stattdessen verschieben sich Tätigkeiten und Kompetenzanforderungen.
KI wird weit über Code-Generierung hinaus eingesetzt
Besonders häufig kommt KI bei der Dokumentation zum Einsatz. 77 Prozent der Befragten nutzen entsprechende Werkzeuge dafür, 76 Prozent bei der Code-Generierung und 74 Prozent bei Qualitätssicherung und Code-Reviews.
Darüber hinaus werden KI-Systeme bereits in Architektur, Design, Testing und Testdatenerzeugung eingesetzt. Damit entwickelt sich KI von einem einzelnen Programmierwerkzeug zunehmend zu einer Unterstützung entlang des gesamten Softwareentwicklungsprozesses.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Unternehmen melden deutliche Produktivitätsgewinne
81 Prozent der befragten Unternehmen beobachten eine höhere Entwicklungsgeschwindigkeit, 77 Prozent Vorteile beim Prototyping und 74 Prozent eine Entlastung bei Routineaufgaben. Insgesamt berichten 59 Prozent von einer verbesserten Effizienz ihrer Softwareentwicklung.
Die Unterschiede zwischen den Unternehmen bleiben jedoch groß. BearingPoint führt dies unter anderem auf unterschiedliche Reifegrade und Einsatzstrategien zurück. Viele Organisationen befinden sich damit noch zwischen ersten produktiven Anwendungen und einer systematischen Skalierung.
Sicherheit und Compliance bremsen den Ausbau
Die größten Hindernisse liegen weniger bei der grundsätzlichen Akzeptanz als bei der Umsetzung. 70 Prozent nennen Sicherheits- und Compliance-Risiken als zentrale Herausforderung. 61 Prozent sehen Schwierigkeiten bei der Auswahl geeigneter Werkzeuge, 58 Prozent bei der Integration in bestehende Prozesse.
Drei von vier Unternehmen haben deshalb bereits interne KI-Richtlinien vollständig oder teilweise eingeführt. Für eine breitere Nutzung gewinnen damit Governance, Qualitätskontrollen und klare Vorgaben für Daten und Werkzeuge an Bedeutung.
Entwicklerbedarf bleibt trotz Automatisierung hoch
Die Studie liefert keinen Hinweis auf einen breiten Abbau von Entwicklerstellen. 59 Prozent der Unternehmen wollen ihre KI-Expertise ausbauen. Gleichzeitig planen jeweils 27 Prozent, sowohl ihre Junior- als auch ihre Senior-Entwicklerteams zu vergrößern.
Gefragt sind zunehmend Fähigkeiten, KI-generierte Ergebnisse zu prüfen, sicher in bestehende Architekturen einzubinden und Qualitätsanforderungen durchzusetzen. Damit verändert KI die Arbeit von Entwicklern stärker, als dass sie die Rollen vollständig ersetzt.





