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Brandanschläge bei DHL: Russisches Netzwerk unter Verdacht

DHL Flugzeug Boeing 777
Foto: DHL Group

Key takeaways

Ein mutmaßlich von Russland gesteuertes Sabotagenetzwerk sorgt europaweit für Ermittlungen. Die Brandanschläge, unter anderem auf ein DHL-Paketnetz, führten zu Festnahmen in mehreren Ländern.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Ein Sabotagenetzwerk, das offenbar unter russischer Steuerung steht, sorgt derzeit für Aufsehen in mehreren europäischen Ländern. Nach Informationen von WDR, NDR und der „Süddeutschen Zeitung“ verdichten sich die Hinweise auf koordinierte Brandanschläge, darunter auch der sogenannte DHL-Plot mit Brandsätzen in Luftfrachtpaketen. Die Ermittlungen führen nun auch nach Deutschland, wie Tagesschau exklusiv berichtet.

Verbindungen nach Deutschland entdeckt

Im Sommer 2024 wurden Luftfrachtpakete mit Brandsätzen unter anderem in Deutschland entdeckt. Die Ermittler aus Polen und Litauen sehen diese Vorfälle im Zusammenhang mit einer Serie von Brandanschlägen, unter anderem auf ein IKEA-Warenhaus in Vilnius und ein Einkaufszentrum in Warschau. Mehr als 20 Verdächtige sollen inzwischen in mehreren europäischen Ländern festgenommen worden sein, darunter auch in Großbritannien, Spanien und Rumänien.

In Berlin durchsuchten Ermittler eine Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge, nachdem ein Paket an die Adresse eines dort wohnhaften Ukrainers geschickt worden war. Ob der Mann bewusst Teil des Netzwerks war oder seine Adresse lediglich missbraucht wurde, ist noch unklar. Weitere Spuren deuten auf eine andere Durchsuchung in Ostdeutschland hin, wo ein Ukrainer offenbar in Kontakt mit einem später festgenommenen Litauer stand, der die Brandsätze versandt haben soll.

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Sabotage im Auftrag russischer Nachrichtendienste?

Das Netzwerk ist laut Ermittlern pyramidenartig organisiert. An der Spitze sollen offizielle Vertreter russischer Nachrichtendienste stehen, die sogenannte „Wegwerfagenten“ anwerben – häufig über Telegram, gegen kleine Geldbeträge und ohne Wissen über die wahren Hintergründe. Häufig würden Ukrainer gezielt eingesetzt, um den Verdacht von Russland abzulenken. Moskau weist die Vorwürfe als „Verschwörungstheorie“ zurück.

Ein besonders aufsehenerregender Fall betrifft den Ukrainer Daniil B., der im Alter von 17 Jahren einen Brandanschlag auf ein IKEA-Warenhaus in Vilnius verübt haben soll. Dafür soll er 10.000 Euro und ein Auto erhalten haben. Auch in Warschau war er laut Ermittlern aktiv. In Litauen wurde er zu über drei Jahren Haft verurteilt.

Weitere Anschlagspläne vermutet

Ermittlungen in Polen und Litauen deuten darauf hin, dass das Netzwerk möglicherweise auch den Einsatz von Drohnenteilen und Sprengsätzen plante. So soll ein Ukrainer über Telegram den Auftrag erhalten haben, in Litauen vergrabene Drohnenteile nach Düsseldorf zu bringen. Ein anderer soll Dosen mit Sprengstoff transportiert haben. Sprengsätze wurden bei Durchsuchungen sichergestellt.

In Polen wird gegen sechs Personen ermittelt, fünf davon sitzen in Untersuchungshaft. Gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher, den russischen Staatsbürger Jaroslav M., wurde bereits Anklage erhoben. Er soll sowohl mit den Wegwerfagenten als auch mit Geheimdienstkreisen vernetzt gewesen sein und sich derzeit in Aserbaidschan aufhalten. Polen hat seine Auslieferung beantragt, Russland offenbar ebenfalls.

Die Ermittlungen nähern sich laut Behörden dem Abschluss. Dennoch bleibt unklar, ob das Netzwerk vollständig zerschlagen wurde. Neue Vorfälle, etwa ein Sprengsatz an einer Bahnstrecke in Polen, lassen auf eine mögliche Fortsetzung der Aktivitäten schließen.

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