NVIDIA-Chef Jensen Huang eröffnete die CES 2026 in Las Vegas mit einem umfassenden Ausblick auf die technologische Zukunft des Konzerns – und der KI. Im Zentrum stand Rubin, eine neue Plattform aus sechs eng aufeinander abgestimmten Komponenten, die speziell für KI-Berechnungen im Gigaskalenbereich entwickelt wurde. Huang sprach von einer fundamentalen Transformation der Rechenwelt durch KI und beschrieb Rubin als Antwort auf den immensen Bedarf an Rechenleistung in einer Ära der offenen Modelle.
Rubin-Plattform: Vollintegration für maximale Leistung
Benannt nach der US-Astronomin Vera Rubin, besteht die Rubin-Plattform aus Rubin-GPUs mit 50 Petaflops NVFP4-Inferenzleistung, Vera-CPUs, NVLink 6 für Scale-up-Netzwerke, Spectrum-X Ethernet-Photonics, ConnectX-9 SuperNICs und BlueField-4 DPUs. Das Besondere: Alle Komponenten wurden im Rahmen eines „Extreme Codesign“-Ansatzes gemeinsam entwickelt – vom Chip über die Software bis hin zur Netzwerktechnik.
Ziel ist es, Engpässe zu vermeiden, Kosten für Training und Inferenz zu senken und KI-Innovationen deutlich zu beschleunigen. Ein weiteres Highlight war die Vorstellung eines neuen KI-nativen Speichersystems, das Inferenzleistung bei langen Kontexten um den Faktor fünf steigern soll.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Open Models: Sechs Domänen, ein offenes Versprechen
Parallel treibt NVIDIA den Einsatz offener KI-Modelle voran. Huang stellte sechs Modellfamilien vor, die in Bereichen wie Gesundheitswesen (Clara), Klimawissenschaft (Earth-2), Robotik (Cosmos), multimodaler KI (Nemotron), verkörperter Intelligenz (GR00T) und autonomem Fahren (Alpamayo) eingesetzt werden. Diese Modelle sind quelloffen, skalierbar und wurden auf NVIDIA-Supercomputern trainiert.
Alpamayo, ein neues Modellportfolio für autonome Fahrzeuge, zielt auf Level-4-Fahrfähigkeiten ab. Es kombiniert visuelles Verstehen, Sprachverarbeitung und Handlungsempfehlungen. Zudem präsentierte Huang AlpaSim – eine Open-Source-Simulationsumgebung für hochrealistische Fahrszenarien.
KI wird physisch und persönlich
NVIDIA betont, dass KI zunehmend in physische Systeme integriert wird – vom Roboter über das Fahrzeug bis zur Produktionsanlage. So demonstrierte Huang mit dem Reachy Mini Roboter und dem Desktop-Supercomputer DGX Spark eine personalisierte KI-Agentenlösung für lokale Anwendungen. DGX Spark soll zudem eine bis zu 2,6-fache Leistungssteigerung bei großen Modellen ermöglichen.
Ein besonderes Highlight war das gemeinsam mit Mercedes-Benz entwickelte CLA-Modell, das als erstes Serienfahrzeug mit Alpamayo-Integration auf NVIDIA DRIVE-Basis ausgestattet ist. Es soll 2026 in den USA starten. Gleichzeitig treiben Partner wie Siemens, Boston Dynamics oder Franka gemeinsam mit NVIDIA den Aufbau eines Ökosystems für „Physical AI“ voran – vom digitalen Zwilling bis zur realen Maschine.
Mit seiner umfassenden KI-Strategie positioniert sich NVIDIA klar als Enabler der nächsten Technologiegeneration: offen, skalierbar und tief integriert in industrielle, persönliche und physische Anwendungen.


