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Digitale Brieftasche d-you: Über 50 Prozent der Deutschen wollen Wallet nutzen

d you EUDI Wallet App Icon und Wortmarke
Foto: BMDS

Key takeaways

➟ Die geplante Smartphone-Wallet stößt auf mehrheitliches Interesse, ist aber vielen Menschen noch unbekannt. Ab Januar 2027 sollen digitale Identitätsnachweise möglich werden, weitere Funktionen und Einsatzbereiche folgen schrittweise.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die für Anfang 2027 geplante digitale Brieftasche d-you stößt in Deutschland auf großes Interesse. Nach einer repräsentativen Bitkom-Befragung können sich 53 Prozent der Erwachsenen vorstellen, die neue Smartphone-Wallet künftig zu verwenden. Allerdings kennt fast die Hälfte der Bevölkerung das europäische Identitätsprojekt bislang nicht. Mit dem geplanten Digitale-Identitäten-Gesetz soll die rechtliche Grundlage für den Einsatz geschaffen werden.

Mehrheit zeigt Interesse an digitaler Brieftasche

Laut der Befragung von 1.004 Personen ab 18 Jahren wollen 20 Prozent die Wallet auf jeden Fall nutzen, weitere 33 Prozent stehen ihr grundsätzlich positiv gegenüber. Jeweils 21 Prozent lehnen die Nutzung eher oder vollständig ab. Damit überwiegt die Zustimmung, obwohl das Angebot noch nicht verfügbar ist.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sieht die praktische Einsetzbarkeit als entscheidenden Erfolgsfaktor. Bereits zum Start sollten möglichst viele Anwendungen bereitstehen, damit Bürger ihre digitale Identität beispielsweise bei Banken, Vertragsabschlüssen oder anderen Dienstleistungen einsetzen können.

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d-you soll am 2. Januar 2027 starten

Die Einführung der deutschen Wallet ist für den 2. Januar 2027 vorgesehen. Sie wird unter dem Namen d-you angeboten und ist Teil der europaweiten EUDI-Wallet-Initiative. Die Nutzung soll freiwillig und kostenlos sein.

Zur Einrichtung benötigen Anwender ihren Personalausweis oder einen elektronischen Aufenthaltstitel. Zunächst soll die Anwendung vor allem digitale Identitäts- und Altersnachweise ermöglichen. Damit könnten Nutzer beispielsweise Bankkonten eröffnen oder Verträge abschließen, ohne ihre Identität auf herkömmlichem Weg nachweisen zu müssen.

Später sollen weitere Dokumente wie Führerschein und Rentenausweis sowie elektronische Unterschriften integriert werden. Die Einsatzmöglichkeiten beschränken sich dabei nicht auf Behörden. Mehr als 180 Unternehmen haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, die Wallet-Technologie in eigene Angebote einzubinden.

Fast jeder Zweite kennt das Projekt noch nicht

Trotz der grundsätzlichen Nutzungsbereitschaft besteht erheblicher Informationsbedarf. Nach der Bitkom-Erhebung haben 46 Prozent der Erwachsenen noch nie von der EUDI-Wallet gehört. Zu Jahresbeginn hatte dieser Anteil bei 52 Prozent gelegen.

Nur acht Prozent können nach eigenen Angaben gut erklären, was sich hinter der digitalen Brieftasche verbirgt. Weitere 21 Prozent verfügen über ungefähre Kenntnisse. Ebenso viele kennen zwar den Begriff, können dessen Bedeutung jedoch nicht genauer einordnen.

Der Digitalverband fordert deshalb eine verstärkte Informationsarbeit von Bund, Ländern und Kommunen. Insbesondere Behörden sollten frühzeitig vermitteln, welche konkreten Vorteile die digitale Identität im Alltag bietet.

PIN-Rücksetzung soll Einrichtung erleichtern

Eine praktische Hürde bei der Aktivierung ist die Online-Ausweisfunktion einschließlich der zugehörigen PIN. Wer seine PIN vergessen hat, musste bislang für die Wiederherstellung den Weg über eine Behörde nutzen.

Nach einer Ankündigung von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger soll künftig ein kostenloser Dienst zur Rücksetzung und Aktivierung bereitstehen. Damit könnte die Einrichtung der Wallet vereinfacht und eine zusätzliche Zugangshürde beseitigt werden.

Für den Erfolg von d-you werden neben einer unkomplizierten Registrierung vor allem die tatsächliche Verfügbarkeit alltagstauglicher Anwendungen und eine breite Akzeptanz bei Unternehmen und öffentlichen Stellen entscheidend sein.

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