Nach einer kurzen Erholung im Juni hat sich die wirtschaftliche Lage des deutschen Mittelstands im Juli erneut verschlechtert. Wie der aktuelle DATEV-Mittelstandsindex zeigt, gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent zurück. Besonders das Baugewerbe, der Handel und das Verarbeitende Gewerbe verzeichneten deutliche Einbußen. Positiv entwickelte sich dagegen das Gastgewerbe, das als einzige der untersuchten Branchen ein Umsatzplus erzielte. Gleichzeitig steigen die Löhne weiter spürbar, während die Beschäftigung leicht rückläufig bleibt.
Umsätze sinken branchenübergreifend
Der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex fiel im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent auf 95,2 Punkte. Im Vergleich zum Juli 2025 ergibt sich ein Rückgang von 2,0 Prozent. Die Abschwächung betrifft nahezu alle betrachteten Branchen sowie sämtliche Unternehmensgrößen. Nach Einschätzung von DATEV deutet die Entwicklung darauf hin, dass eine nachhaltige konjunkturelle Erholung im Mittelstand weiterhin ausbleibt.
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Baugewerbe verzeichnet stärksten Rückgang
Besonders deutlich fiel das Minus im Baugewerbe aus, dessen Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,9 Prozent zurückgingen. Auch der Handel (-6,6 Prozent), das Verarbeitende Gewerbe (-5,0 Prozent) sowie die sonstigen Dienstleistungen (-4,8 Prozent) entwickelten sich schwächer. Einen klaren Gegenpol bildet das Gastgewerbe: Mit einem Umsatzplus von 5,9 Prozent ist es die einzige der analysierten Branchen, die ihre Erlöse steigern konnte.
Löhne wachsen trotz schwächerer Konjunktur weiter
Während die Umsätze zurückgehen, setzt sich der Lohnanstieg fort. Im Vergleich zum Vorjahr legten die Löhne und Gehälter saison- und kalenderbereinigt um 4,9 Prozent zu. Besonders stark fiel das Plus im Gastgewerbe mit 6,5 Prozent aus. Nach Unternehmensgröße verzeichneten mittlere Betriebe mit einem Anstieg von 5,8 Prozent die höchsten Lohnzuwächse. Gegenüber dem Vormonat verringerte sich das Wachstumstempo allerdings leicht.
Beschäftigung bleibt leicht rückläufig
Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin Zurückhaltung. Die Beschäftigung lag sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahresmonat saison- und kalenderbereinigt um jeweils 0,2 Prozent niedriger. Lediglich die sonstigen Dienstleistungen konnten mit einem Beschäftigungsplus von 0,7 Prozent zulegen. Bei den Unternehmensgrößen hielten lediglich Kleinstunternehmen mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent ihre Beschäftigung im positiven Bereich, während kleine und mittlere Unternehmen Rückgänge verzeichneten.
Erholung des Mittelstands bleibt vorerst aus
Die aktuellen Daten zeichnen ein gemischtes Bild der mittelständischen Wirtschaft. Während steigende Löhne auf einen weiterhin angespannten Arbeitsmarkt hindeuten, belasten rückläufige Umsätze die wirtschaftliche Entwicklung in den meisten Branchen. Das Gastgewerbe bleibt eine Ausnahme, kann die Schwäche anderer Wirtschaftsbereiche jedoch nicht ausgleichen. Nach Einschätzung von DATEV bleibt das wirtschaftliche Umfeld für viele mittelständische Unternehmen daher auch zur Jahresmitte 2026 herausfordernd.






