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Satte Erhöhung: Deutsche Post erhöht Brief- und Paketpreise ab 2027

Deutsche Post Zusteller zwischen Baer und Bulle in Frankfurt
Foto: DHL Group

Key takeaways

➟ Die Deutsche Post plant ab Januar 2027 ein Standardbriefporto von 1,15 Euro. Zugleich ändern sich Briefformate und Päckchenleistungen, zudem müssen Geschäftskunden mit höheren Paketpreisen rechnen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die Deutsche Post AG, die nach der Umbenennung für das Brief und Paketgeschäft in Deutschland zuständig ist, plant zum 1. Januar 2027 höhere Briefpreise, höhere Paketpreise für Geschäftskunden und eine umfassende Anpassung ihres Versandangebots. Voraussetzung ist die endgültige Zustimmung der Bundesnetzagentur, die aber nach der Rahmendefinition Anfang Oktober als sicher gilt. Gleichzeitig werden Briefformate verändert, Päckchen mit Sendungsverfolgung ausgestattet und die Paketpreise für Geschäftskunden angehoben.

Standardbrief wird 20 Cent teurer

Mit der geplanten Portoerhöhung steigt der Preis für einen nationalen Standardbrief um rund 21 Prozent. Auch Postkarten sowie Kompakt-, Groß- und Maxibriefe sollen teurer werden.

Für internationale Sendungen sind ebenfalls Anpassungen vorgesehen. Ein Standardbrief ins Ausland soll künftig 1,45 Euro kosten. Die neuen Briefpreise sollen für zwei Jahre gelten.

Grundlage ist ein von der Bundesnetzagentur vorgesehener Preiserhöhungsspielraum von 20,35 Prozent. Nach Angaben der Deutschen Post bleibt das Porto trotz der Anpassung unter dem europäischen Durchschnitt von 1,52 Euro.

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Sinkende Briefmengen erhöhen die Kosten

Als Begründung nennt das Unternehmen rückläufige Sendungsmengen sowie steigende Personal-, Energie- und Infrastrukturkosten. Gleichzeitig müsse die flächendeckende Versorgung mit Filialen und Briefkästen aufrechterhalten werden.

Nach Angaben von Postvorständin Nikola Hagleitner investiert das Unternehmen jährlich rund eine Milliarde Euro in die Modernisierung seines deutschen Post- und Paketnetzes. Dazu gehören emissionsfreie Fahrzeuge, automatisierte Standorte und digitale Dienstleistungen.

Für Privathaushalte beziffert die Deutsche Post die zusätzliche Belastung durch die geplanten Änderungen auf durchschnittlich rund 75 Cent monatlich. Über die neuen Paketpreise für Privatkunden will das Unternehmen später informieren.

Neue Regeln für Großbrief und Maxibrief

Ab Januar 2027 verändert die Deutsche Post auch ihre Briefformate. Dokumente sollen stärker über Briefprodukte und Waren überwiegend über Paketangebote verschickt werden.

Der Großbrief darf künftig bis zu drei Zentimeter dick sein und ein Kilogramm wiegen. Beim Maxibrief steigt die Gewichtsgrenze auf zwei Kilogramm, außerdem werden die zulässigen Abmessungen erweitert.

Der bisherige nationale Maxibrief mit Zusatzentgelt entfällt. Für internationale Sendungen wird der Großbrief ebenfalls erweitert und durch einen neuen Midibrief International für Dokumente bis 500 Gramm ergänzt.

Päckchen erhalten Sendungsverfolgung und Haftung

Eine wichtige Änderung betrifft den nationalen Warenversand. Ab Januar 2027 sollen DHL-Päckchen standardmäßig eine Sendungsverfolgung und eine Haftung bis 20 Euro enthalten.

Gleichzeitig reduziert die Deutsche Post das zulässige Höchstgewicht auf ein Kilogramm. Für schwerere Waren stehen weiterhin entsprechende Paketprodukte zur Verfügung.

Geschäftskunden zahlen höhere Paketpreise

Auch Unternehmen müssen sich auf steigende Versandkosten einstellen. Die Deutsche Post erhöht zum Jahresbeginn 2027 die Paketpreise für Geschäftskunden und begründet dies mit höheren Aufwendungen für Personal, Transport und Infrastruktur.

Die Anpassung erfolgt unabhängig vom laufenden Genehmigungsverfahren für Briefpreise. Geschäftskunden sollen über ihre individuellen Konditionen gesondert informiert werden.

Ab Frühjahr 2027 ist zudem eine vereinfachte Packstationszustellung geplant. Empfänger sollen Pakete ohne vorherige Registrierung oder Postnummer an entsprechende Automaten liefern lassen können.

Automaten-Netz soll auf 50.000 Standorte wachsen

Die Deutsche Post will nach der Übernahme von myflexbox ihr Netz aus Packstationen, Poststationen und anbieteroffenen Paketautomaten bis 2030 auf rund 50.000 Automaten ausbauen. Damit sollen zusätzliche Möglichkeiten für den Paketempfang und -versand entstehen.

Die angekündigten Preis- und Produktänderungen betreffen den Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland. Der internationale Expressversand von DHL Express ist davon ausgenommen.

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