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Edeka-Übernahme der Supermarktkette tegut sorgt für Kritik von ver.di

Logo von ver.di an einem Gebäude
Foto: ver.di Berlin-Brandenburg

Key takeaways

Die geplante Übernahme großer Teile von Tegut durch Edeka sorgt für Kritik der Gewerkschaft ver.di. Sie warnt vor Tarifflucht und zunehmender Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die geplante Übernahme großer Teile der Tegut-Gruppe durch Edeka sorgt für wachsende Kritik von Gewerkschaften und Beschäftigten. Während der Schweizer Mutterkonzern Migros seinen Rückzug aus dem deutschen Markt vorbereitet, wächst bei den rund 7.700 Tegut-Beschäftigten die Sorge um Tarifbindung, Arbeitsplätze und zukünftige Arbeitsbedingungen.

Migros zieht sich aus Deutschland zurück

Mit der Vereinbarung über den Verkauf wesentlicher Tegut-Standorte beendet Migros schrittweise sein Engagement im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Tegut war lange als regional verankerter Nahversorger bekannt, insbesondere mit einem starken Fokus auf Bio-Produkte und regionale Lieferketten.

In den vergangenen Jahren geriet das Unternehmen jedoch zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Steigende Kosten, intensiver Preiswettbewerb sowie die dominierende Stellung großer Handelsketten erschwerten die Position des Unternehmens im Markt.

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Edeka baut regionale Präsenz aus

Für Edeka bietet der geplante Zukauf die Möglichkeit, das eigene Filialnetz in wichtigen Regionen weiter zu verdichten. Tegut ist vor allem in Hessen, Bayern, Thüringen sowie angrenzenden Bundesländern vertreten und verfügt dort über etablierte Standorte.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Edeka insbesondere wirtschaftlich starke Märkte integrieren wird. Für weniger profitable Filialen ist derzeit jedoch noch unklar, welche Perspektiven sich ergeben könnten.

Gewerkschaft warnt vor Tarifverlust

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sieht in der Übernahme erhebliche Risiken für die Beschäftigten. Besonders kritisch bewertet sie die Frage der Tarifbindung.

Während Tegut bislang an Tarifverträge gebunden war, betreibt Edeka viele Märkte über selbstständige Kaufleute. Diese sind nicht automatisch an branchenspezifische Tarifverträge gebunden. Aus Sicht von ver.di besteht deshalb die Gefahr, dass Löhne und Arbeitsbedingungen langfristig unter das bisherige Niveau sinken könnten.

Die Gewerkschaft fordert daher klare Zusagen zur Sicherung der Tarifbindung sowie verbindliche Beschäftigungsgarantien für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Debatte über Marktkonzentration im Lebensmittelhandel

Über den konkreten Deal hinaus verweist ver.di auf die zunehmende Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Der Markt wird bereits heute von vier großen Handelsgruppen dominiert: Edeka, Rewe, Lidl und Aldi.

Diese Unternehmen vereinen zusammen einen Marktanteil von deutlich über 80 Prozent. Kritiker warnen, dass weitere Übernahmen die Marktmacht der großen Handelskonzerne weiter stärken könnten.

Kartellprüfung steht noch aus

Die geplante Transaktion dürfte zudem vom Bundeskartellamt geprüft werden. Dabei wird insbesondere bewertet, ob regionale Marktanteile oder lokale Wettbewerbsstrukturen durch die Übernahme beeinträchtigt werden.

Viele Details der geplanten Integration sind derzeit noch offen. Unklar ist unter anderem, wie viele Filialen tatsächlich übernommen werden, ob einzelne Standorte geschlossen oder verkauft werden und welche Zukunft zentrale Bereiche wie Logistik oder Verwaltung haben werden.

Für die Beschäftigten bedeutet diese Phase vor allem eines: eine Zeit großer Unsicherheit, bis die endgültigen Entscheidungen über Struktur und Zukunft der Tegut-Märkte getroffen sind.

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