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Migros vollzieht Rückzug aus Deutschland – Edeka übernimmt Großteil von tegut

Eingang einer tegut Filiale
Foto: Ben Pakalski / tegut

Key takeaways

Die Genossenschaft Migros Zürich zieht sich aus dem deutschen Markt zurück und verkauft große Teile von tegut an Edeka. Hintergrund sind anhaltender Wettbewerbsdruck und fehlende Profitabilität. Migros konzentriert sich künftig wieder vollständig auf den Schweizer Kernmarkt.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) beendet ihr jahrelanges Engagement im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und verkauft wesentliche Teile der Tochter tegut an Edeka. Der Entscheid folgt auf eine strategische Neubewertung und markiert eine deutliche Kurskorrektur: Migros richtet den Fokus wieder vollständig auf den Schweizer Markt, während sich Tegut im zunehmend wettbewerbsintensiven deutschen Umfeld als strukturell zu klein und wirtschaftlich zu fragil erwiesen hat.

Sanierungserfolge reichen nicht aus

Zwar konnte tegut durch harte Kosteneinschnitte die operativen Verluste zuletzt halbieren, doch Umsatzrückgänge und ein verschärfter Wettbewerb setzten das Unternehmen weiter unter Druck. Besonders der bio-orientierte Premiumansatz verlor an Differenzierung, da Discounter ihr Sortiment ausweiteten und Vollsortimenter wie Rewe ihre Marktpräsenz stärkten. Die GMZ kam daher zum Schluss, dass Tegut langfristig nicht in die Profitabilität geführt werden kann.

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Verkauf an Edeka als pragmatische Lösung

Eine vollständige Übernahme durch einen neuen Marktteilnehmer erwies sich laut Migros als nicht realisierbar. Stattdessen entschied sich die GMZ für eine schrittweise Veräußerung. Der nun geschlossene Vertrag mit Edeka umfasst einen großen Teil der Filialen, das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei sowie die Smart Retail Solutions mit ihren Teo-Standorten. Weitere Gespräche mit Händlern laufen. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

Konzentration auf den Schweizer Kernmarkt

Für Migros bedeutet der Rückzug eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft. Die Organisation ist in der Schweiz stark verwurzelt und sieht dort bessere Perspektiven zur Stabilisierung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. GMZ-Leiter Patrik Pörtig betonte, die Entscheidung sei schwergefallen, aber wirtschaftlich unausweichlich. Die Transaktion wird 2025 zu außerordentlichen Belastungen im Konzernabschluss führen.

Signalwirkung für die Branche

Der Ausstieg der GMZ macht erneut sichtbar, wie anspruchsvoll der deutsche Lebensmittelmarkt ist – geprägt von Preiskampf, hoher Filialdichte und dominierenden Handelsriesen. Die Übernahme eröffnet Edeka zugleich neue Wachstumsmöglichkeiten. Ob der Schritt eine Einzelentscheidung bleibt oder auf eine breitere Konsolidierung im europäischen Handel hindeutet, wird sich erst langfristig zeigen.

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