Die Eterna Mode GmbH beendet ihren Geschäftsbetrieb in Passau. Nachdem der Investorenprozess im laufenden Insolvenzverfahren ohne Ergebnis blieb, hat der Gläubigerausschuss der Schließung zugestimmt. Der Standort soll im Laufe des Sommers 2026 abgewickelt werden. Für die traditionsreiche Marke Eterna gibt es jedoch eine Zukunft: Sie soll unter neuen Eigentümern weitergeführt werden. Wer diese sind, ist bislang nicht bekannt.
Insolvenzverfahren ohne Lösung für das Gesamtunternehmen
Das Amtsgericht Passau eröffnete am 1. März 2026 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Obwohl die operative Fortführung seit Dezember 2025 gelang, fehlten Perspektiven für eine nachhaltige Gesamtrestrukturierung. Die Modebranche in Deutschland steht weiterhin unter Druck – sinkende Nachfrage, steigende Kosten und ein intensiver Wettbewerb belasten etablierte Marken.
Der im Januar gestartete strukturierte Verkaufsprozess sollte einen Käufer für das gesamte Unternehmen finden. Doch wie die Passauer Neue Presse berichtet, war kein Interessent bereit, Eterna vollständig zu übernehmen. Damit war klar, dass der Standort Passau keine Zukunft hat.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Gescheiterte Transformation als Krisenauslöser
Im Zentrum der Unternehmenskrise stand ein geplatztes Sale-&-Lease-Back-Modell. Eterna plante, das Betriebsgrundstück zu veräußern und anschließend zurückzumieten, um dringend benötigte Liquidität zu generieren. Finanzgläubiger, deren Sicherheiten das Grundstück betraf, verweigerten jedoch die Zustimmung. Ohne die geplanten Mittel kam die Restrukturierung zum Erliegen – die Insolvenz war die Folge.
Der Fall verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen vieler Modeanbieter: hohe Kapitalbindung, volatile Nachfrage und Investitionsdruck durch Digitalisierung. Im Wettbewerb mit internationalen Marken und Onlinehändlern geraten mittelständische Hersteller zunehmend unter Veränderungsdruck.
Private-Equity-Investoren ohne Erfolg
Eterna befand sich mehrheitlich im Besitz von Golden Square Capital; 2021 war Robus Capital als weiterer Investor eingestiegen. Beide wollten die Marke strategisch neu positionieren und Effizienzen heben. Dass kein Käufer für das Gesamtunternehmen gefunden wurde, ist ein Rückschlag – und ein Hinweis darauf, wie schwer sich Investoren im deutschen Modemarkt tun, langfristige Renditen zu realisieren.
Marke bleibt, Standort nicht
Trotz Standortschließung soll die Marke Eterna erhalten bleiben. Nach Angaben des Unternehmens wird sie von neuen Eigentümern weitergeführt. Dieses Vorgehen ist in der Branche nicht ungewöhnlich: Markenrechte und Designkompetenz lassen sich oft leichter fortführen als kostenintensive Betriebsstrukturen.
Für die Belegschaft in Passau bedeutet die Entscheidung jedoch das Aus. Mit der Zustimmung des Gläubigerausschusses ist der Weg für die Abwicklung geebnet – der Neustart erfolgt ohne den bisherigen Produktions- und Verwaltungsstandort.


