Die Europäische Kommission hat das Übernahmeangebot der britischen Frasers Group für Hugo Boss genehmigt. Damit ist die letzte noch ausstehende Bedingung erfüllt und das Angebot kann ohne weitere Auflagen fortgeführt werden. Der gebotene Preis liegt weiterhin bei 38 Euro je Aktie. Während die erste Annahmefrist bereits abgelaufen ist, läuft die verlängerte Frist noch bis Mitte August.
Das Angebot richtet sich an die Aktionäre, deren Anteile sich noch nicht im Besitz von Frasers befinden. Bereits bei der Ankündigung im Juni bezog sich die Offerte auf einen Großteil des Kapitals.
Beteiligung von Frasers deutlich ausgebaut
Inzwischen hat Frasers seinen Anteil an Hugo Boss weiter erhöht und überschreitet die wichtige Kontrollschwelle. Durch zusätzliche Aktien aus der Ausübung von Optionen hält der Konzern nun über 30 Prozent der Anteile.
Mit diesem Schritt greift die gesetzliche Verpflichtung zur Abgabe eines Pflichtangebots. Das aktuell laufende Angebot erfüllt diese Vorgabe, ohne dass der Preis angepasst wurde.
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Hugo Boss lehnt Angebot weiterhin ab
Vorstand und Aufsichtsrat von Hugo Boss haben sich bereits früh gegen die Offerte positioniert. Sie empfehlen den Aktionären weiterhin, das Angebot nicht anzunehmen.
Zur Begründung verweisen sie auf unabhängige Bewertungen, die den gebotenen Preis als nicht angemessen einstufen. Aus Sicht des Managements spiegelt die Offerte weder die aktuelle Geschäftslage noch das langfristige Potenzial des Unternehmens ausreichend wider.
Spekulationen um Einfluss von Frasers
Parallel zur Angebotsphase gibt es Hinweise auf mögliche personelle Veränderungen. Medienberichten zufolge könnte Frasers seinen eigenen Konzernchef an die Spitze von Hugo Boss bringen, um den operativen Einfluss auszubauen.
Offizielle Bestätigungen hierzu liegen bislang nicht vor. Sowohl Frasers als auch Hugo Boss haben sich zu dem Bericht der The Times bislang nicht geäußert.
Strategische Weichenstellung steht bevor
Mit der Genehmigung durch die EU und dem bereits ausgebauten Anteil rückt Frasers näher an eine stärkere Kontrolle über Hugo Boss heran. Gleichzeitig bleibt offen, wie viele Aktionäre das Angebot tatsächlich annehmen werden.
Die kommenden Wochen dürften entscheidend dafür sein, wie sich die Eigentümerstruktur entwickelt und welchen Einfluss Frasers künftig auf die strategische Ausrichtung des Modekonzerns nehmen kann.






