Das Metzinger Modeunternehmen HUGO BOSS hat das Übernahmeangebot der Frasers Group nach eingehender Prüfung klar zurückgewiesen. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären einstimmig, das Angebot nicht anzunehmen. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen eine aus seiner Sicht unzureichende Bewertung, die weder den aktuellen Unternehmenswert noch die langfristigen Wachstumsperspektiven angemessen widerspiegele.
Angebotspreis unter Bewertungserwartung
Der angebotene Preis von 38 Euro je Aktie liegt nur geringfügig über dem jüngsten Börsenkurs und entspricht im Wesentlichen dem gesetzlichen Mindestpreis. Nach Einschätzung des Managements bildet diese Bewertung nicht die fundamentale Stärke des Unternehmens ab. Externe Gutachten zweier internationaler Banken stützen diese Einschätzung und bestätigen die finanzielle Unangemessenheit des Angebots.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Strategie als zentraler Werttreiber
Mit der Strategie „CLAIM 5 TOUCHDOWN“ verfolgt HUGO BOSS ambitionierte Wachstumsziele bis 2028. Geplant sind unter anderem eine nachhaltige Steigerung der Profitabilität sowie eine deutliche Verbesserung des Cashflows. Das Unternehmen sieht sich dank stabiler Finanzstruktur in der Lage, diese Ziele eigenständig umzusetzen und langfristig Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen.
Frasers Group will Beteiligung ausbauen
Nach Einschätzung von HUGO BOSS dient das Angebot in erster Linie dazu, der Frasers Group eine Aufstockung ihrer Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent zu ermöglichen. Konkrete strategische Veränderungen oder operative Maßnahmen seien hingegen nicht Bestandteil des Angebots. Das Unternehmen bewertet die Absichten des Großaktionärs dennoch grundsätzlich neutral.
Unabhängige Prüfung und klare Empfehlung
Zur Sicherstellung einer objektiven Bewertung wurde ein eigener Transaktionsausschuss eingesetzt. Interessenkonflikte wurden dabei bewusst vermieden. Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat betonen, dass sie selbst nicht beabsichtigen, ihre Aktien anzudienen. Die finale Entscheidung bleibt jedoch den Aktionären überlassen.


