Die Europäische Kommission hat einstweilige Maßnahmen gegen Meta verhängt und das Unternehmen verpflichtet, konkurrierenden KI-Assistenten wieder freien Zugang zu WhatsApp zu ermöglichen. Ziel ist es laut EU-Kommission, den Wettbewerb im schnell wachsenden Markt für KI-Anwendungen zu schützen und eine mögliche Marktverzerrung frühzeitig zu verhindern.
Vorwurf des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung
Im Zentrum des Verfahrens steht der Verdacht, dass Meta seine dominante Position im Markt für Kommunikationsdienste ausgenutzt hat. Seit Anfang 2026 war der Zugang zur WhatsApp-Schnittstelle für externe KI-Anbieter stark eingeschränkt, sodass praktisch nur noch der eigene Dienst „Meta AI“ auf der Plattform verfügbar war. Die Kommission sieht darin eine unzulässige Abschottung gegenüber Wettbewerbern.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Eingriff der Kommission zum Schutz des Wettbewerbs
Mit den nun verhängten Maßnahmen muss Meta den Zugang zur Programmierschnittstelle von WhatsApp for Business wieder zu den gleichen Bedingungen herstellen wie vor Oktober 2025 – also kostenfrei und ohne diskriminierende Einschränkungen. Diese Regelung gilt bis zum Abschluss des laufenden Kartellverfahrens. Meta ist verpflichtet, die Vorgaben kurzfristig umzusetzen, um mögliche Schäden für den Wettbewerb zu begrenzen.
Kritischer Zeitpunkt für den KI-Markt
Die Kommission betont, dass sich der Markt für KI-Assistenten aktuell in einer entscheidenden Entwicklungsphase befindet. Gerade kleinere und neue Anbieter hätten derzeit die Chance, sich gegen etablierte Unternehmen zu behaupten. Einschränkungen beim Zugang zu wichtigen Plattformen wie WhatsApp könnten diese Dynamik erheblich beeinträchtigen und langfristig Innovationen behindern.
Signalwirkung für digitale Plattformen
Der Beschluss unterstreicht die wachsende Bedeutung kartellrechtlicher Eingriffe im Bereich digitaler Plattformen und künstlicher Intelligenz. Die EU will verhindern, dass große Technologiekonzerne ihre bestehende Marktmacht nutzen, um neue Märkte frühzeitig zu dominieren. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass Verbraucher weiterhin frei zwischen verschiedenen KI-Diensten wählen können.
Die endgültige Entscheidung im Kartellverfahren steht noch aus. Bis dahin sollen die Maßnahmen sicherstellen, dass der Wettbewerb im europäischen KI-Markt offen und funktionsfähig bleibt.





