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EY-Umfrage: Jeder zweite deutsche CEO sieht Nachholbedarf bei KI-Kompetenzen

AI auf einem Whiteboard
Foto: Unsplash

Key takeaways

➟ Cyberrisiken und KI beschäftigen Unternehmenschefs weltweit zunehmend. Laut EY fürchten 53 Prozent der deutschen CEOs Kompetenzdefizite. Gleichzeitig steigen die KI-Ausgaben, während vielen Unternehmen eine verlässliche Kostenkontrolle fehlt.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Cyberangriffe, technologische Veränderungen und künstliche Intelligenz gehören inzwischen zu den größten Herausforderungen für Unternehmenschefs weltweit. Laut dem aktuellen CEO Outlook Survey von EY-Parthenon nennen 44 Prozent der befragten CEOs die unsichere Konjunktur als einen der drei wichtigsten Belastungsfaktoren für die kommenden zwölf Monate. Cyber- und Datenschutzrisiken folgen mit 40 Prozent, während 34 Prozent den technologischen Wandel einschließlich KI als zentrale Herausforderung betrachten. In Deutschland liegen Konjunktursorgen und Cyberrisiken mit jeweils 40 Prozent gleichauf.

Deutsche CEOs fürchten Rückstand bei KI-Kompetenzen

Obwohl deutsche Unternehmenschefs technologische Risiken etwas seltener als ihre internationalen Kollegen nennen, sehen viele erhebliche Defizite beim Aufbau von KI-Fachwissen. 53 Prozent befürchten, dass ihre Unternehmen nicht schnell genug Kompetenzen entwickeln, um mit den Fortschritten künstlicher Intelligenz Schritt zu halten.

Nur in Japan mit 60 Prozent und China mit 57 Prozent fällt diese Sorge stärker aus. In Deutschland stimmen zudem 21 Prozent der Befragten der entsprechenden Aussage uneingeschränkt zu – der höchste Wert unter den untersuchten Ländern.

EY-Parthenon sieht insbesondere im internationalen Wettbewerb um qualifizierte KI-Fachkräfte eine Herausforderung. Unternehmen müssten technologische Investitionen deshalb stärker mit gezielter Personalentwicklung verbinden.

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Prozessoptimierung bleibt wichtigster Produktivitätshebel

Weltweit betrachten 50 Prozent der CEOs KI-Anwendungen als einen der wichtigsten Faktoren für Produktivitätssteigerungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate. In Deutschland liegt dieser Anteil mit 48 Prozent nur geringfügig niedriger.

Deutsche Unternehmen setzen allerdings noch stärker auf die Vereinfachung interner Abläufe. 62 Prozent nennen organisatorische Veränderungen und die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben als wesentliche Produktivitätstreiber. International beträgt dieser Anteil lediglich 46 Prozent.

Nach Einschätzung von EY-Parthenon schaffen effizientere Prozesse eine wichtige Grundlage für den wirtschaftlichen KI-Einsatz. Gleichzeitig deutet der hohe Stellenwert der Reorganisation darauf hin, dass in deutschen Unternehmen weiterhin erhebliche Effizienzpotenziale bestehen.

Jedes vierte Unternehmen ohne klare KI-Kostentransparenz

Mit der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz gewinnt die Kontrolle der damit verbundenen Ausgaben an Bedeutung. Weltweit können 28 Prozent der Unternehmen ihre KI-Kosten und die erzielte Kapitalrendite nicht zuverlässig bewerten. In Deutschland betrifft dies 24 Prozent.

Lediglich 18 Prozent der deutschen Unternehmen verfügen über eine umfassende Kostenübersicht in Echtzeit. Vollständig etablierte Prozesse zur Überwachung der KI-Ausgaben haben nach eigenen Angaben 32 Prozent eingeführt, weitere 26 Prozent verfügen zumindest teilweise über entsprechende Systeme.

Auch die wirtschaftliche Bewertung einzelner Projekte bleibt lückenhaft. Nur jedes fünfte deutsche Unternehmen erstellt für sämtliche größeren KI-Initiativen eine fundierte Wirtschaftlichkeitsrechnung. 14 Prozent verzichten vollständig auf solche Berechnungen.

KI-Ausgaben dürften deutlich steigen

Die befragten deutschen Unternehmen beziffern ihre jährlichen KI-Gesamtkosten derzeit im Durchschnitt auf 0,9 Prozent ihres Umsatzes. Für die kommenden drei Jahre erwarten 88 Prozent steigende Ausgaben für generative künstliche Intelligenz.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit Kostensteigerungen von über 50 Prozent. 27 Prozent erwarten sogar eine mehr als doppelt so hohe finanzielle Belastung, während lediglich fünf Prozent von unveränderten Ausgaben ausgehen.

Die Kostenverantwortung liegt häufig in der IT-Abteilung. Bei 47 Prozent der Unternehmen sind der CIO beziehungsweise die IT hauptsächlich zuständig, während andere Unternehmensbereiche deutlich seltener die Steuerung übernehmen. EY empfiehlt, finanzielle Verantwortung stärker mit dem tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen der Anwendungen zu verknüpfen.

KI wird zunehmend zur Managementaufgabe

Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen neben technologischen Chancen verstärkt Sicherheitsrisiken, Fachkräftebedarf und Wirtschaftlichkeit berücksichtigen müssen. Nach Auffassung von EY-Parthenon lassen sich diese Herausforderungen nicht mehr ausschließlich innerhalb der IT-Abteilungen bewältigen.

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