Die Fossil Group hat im zweiten Quartal 2026 trotz rückläufiger Erlöse deutliche Fortschritte bei Marge und bereinigter Profitabilität erzielt. Der US-amerikanische Anbieter von Uhren und Lifestyle-Accessoires setzte 209,7 Millionen US-Dollar um. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Minus von 4,9 Prozent beziehungsweise 4,4 Prozent bei konstanten Wechselkursen.
Gleichzeitig erhöhte sich der Bruttogewinn von 126,7 auf 130,8 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich um 4,9 Prozentpunkte auf 62,4 Prozent. Fossil führt die Entwicklung unter anderem auf höhere Produktmargen, ein stärker auf reguläre Verkaufspreise ausgerichtetes Modell, Verbesserungen bei der Beschaffung und geringere Zollbelastungen zurück.
Europa belastet die Umsatzentwicklung
Regional entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich. Auf Basis konstanter Wechselkurse sanken die Erlöse in Europa um 18,2 Prozent. In Asien legten sie dagegen um 3,7 Prozent und in Amerika um 0,2 Prozent zu. Der Großhandel verbesserte sich um 0,9 Prozent, während das Direct-to-Consumer-Geschäft um 14,6 Prozent zurückging. Vergleichbare Einzelhandelsumsätze lagen acht Prozent unter dem Vorjahreswert.
Bei klassischen Uhren, der mit Abstand größten Produktgruppe, fiel das Minus mit 0,9 Prozent vergleichsweise gering aus. Deutlich schwächer entwickelten sich Lederwaren mit einem Rückgang von 31,4 Prozent sowie Schmuck mit einem Minus von 11,3 Prozent. Die fortgesetzte Bereinigung des eigenen Filialnetzes trug ebenfalls zum Umsatzrückgang bei.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Bereinigtes Betriebsergebnis verdoppelt
Das ausgewiesene operative Ergebnis erreichte 3,2 Millionen US-Dollar nach 8,5 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Die operative Marge sank entsprechend von 3,9 auf 1,5 Prozent. Bei konstanten Wechselkursen verdoppelte sich dagegen das bereinigte operative Ergebnis von 4,3 auf 8,6 Millionen US-Dollar. Die entsprechende Marge stieg von 2,0 auf 4,1 Prozent.
Die gesamten operativen Aufwendungen erhöhten sich auf 127,6 Millionen US-Dollar. Darin enthalten waren Restrukturierungskosten von 3,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA stieg von 7,0 auf 8,6 Millionen US-Dollar und erreichte damit 4,1 Prozent des Quartalsumsatzes. Unter dem Strich erhöhte sich der Nettoverlust von 2,3 auf 10,6 Millionen US-Dollar. Je verwässerter Aktie entsprach dies einem Verlust von 0,18 US-Dollar nach 0,04 US-Dollar im Vorjahr.
Filialnetz deutlich verkleinert
Im Zuge des Konzernumbaus hat Fossil seine stationäre Präsenz erheblich reduziert. Anfang Juli betrieb die Gruppe noch 176 eigene Geschäfte gegenüber 214 ein Jahr zuvor. In Europa sank die Zahl von 52 auf 35 Standorte, in Amerika von 101 auf 90 und in Asien von 61 auf 51 Filialen.
Zum Quartalsende verfügte Fossil über liquide Mittel von 79,0 Millionen US-Dollar. Zusammen mit verfügbaren Kreditlinien belief sich die Liquidität auf 96,6 Millionen US-Dollar. Die Vorräte lagen mit 177,9 Millionen US-Dollar nahezu auf Vorjahresniveau, während sich die Gesamtverschuldung auf 203,0 Millionen US-Dollar belief.
Fossil erhöht Prognose für 2026
Aufgrund der Entwicklung im ersten Halbjahr und der Fortschritte bei der Restrukturierung hat das Management seine Erwartungen für das Gesamtjahr angehoben. Fossil rechnet nun wechselkursbereinigt mit einem Rückgang des weltweiten Umsatzes um drei bis fünf Prozent. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen die Rückkehr zu Umsatzwachstum.
Die bereinigte operative Marge soll 2026 zwischen vier und sechs Prozent erreichen. Zudem stellt Fossil einen positiven freien Cashflow in Aussicht. Vorstandschef Franco Fogliato sieht das stärker marken- und verbraucherorientierte Geschäftsmodell sowie die Entwicklung des Uhrenmarktes als Grundlage für langfristig profitables Wachstum.






