Nur noch knapp die Hälfte der jungen Erwachsenen in Deutschland rechnet damit, im Alter eine gesetzliche Rente zu erhalten. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, privat vorzusorgen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag von ING Deutschland und Visa. Besonders das ab 2027 geplante Altersvorsorge-Depot stößt auf großes Interesse, während regelmäßiges Investieren in ETFs für viele junge Anleger bereits selbstverständlich ist.
Vertrauen in die gesetzliche Rente nimmt weiter ab
Laut der Umfrage erwarten lediglich 49 Prozent der 18- bis 30-Jährigen, später eine gesetzliche Rente zu beziehen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 56 Prozent. Gleichzeitig sorgen sich 79 Prozent der Befragten um ihre finanzielle Absicherung im Alter. Nur fünf Prozent gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente allein ausreichen wird, um den bisherigen Lebensstandard zu sichern. Entsprechend sparen bereits 53 Prozent der jungen Erwachsenen gezielt für ihre Altersvorsorge.
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Altersvorsorge-Depot stößt auf breite Zustimmung
Mit dem ab 2027 geplanten Altersvorsorge-Depot soll die private Altersvorsorge durch staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile attraktiver werden. Rund 65 Prozent der Befragten bewerten das Konzept positiv. Allerdings zeigen sich Unterschiede beim Bekanntheitsgrad: Während zwei Drittel der jungen Männer das Modell kennen, ist es unter Frauen lediglich jeder Zweiten bekannt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Interesse groß ist, gleichzeitig aber weiterer Informationsbedarf besteht.
ETFs dominieren den langfristigen Vermögensaufbau
Auch die anonymisierte Auswertung von rund 1,1 Millionen jungen ING-Kundinnen und -Kunden zeigt eine hohe Investitionsbereitschaft. 47 Prozent sparen regelmäßig über Wertpapiersparpläne und investieren durchschnittlich 365 Euro pro Monat. Rund 90 Prozent der Sparplanbeiträge fließen in ETFs. Fast jeder zweite Depotinhaber setzt ausschließlich auf breit gestreute Indexfonds. Gleichzeitig stieg das durchschnittliche Depotvolumen innerhalb eines Jahres von 14.600 auf 17.800 Euro.
Finanzielle Vorsorge gewinnt an Bedeutung
Insgesamt geben 92 Prozent der jungen Erwachsenen an, Geld zu sparen oder anzulegen. Neben Rücklagen für Notfälle und dem Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit zählt die Altersvorsorge inzwischen zu den wichtigsten Sparzielen. Wer regelmäßig spart, legt durchschnittlich 27 Prozent seines monatlichen Einkommens zurück. Gleichzeitig verliert das Eigenheim als Sparziel an Bedeutung, während langfristiger Vermögensaufbau zunehmend über breit gestreute Kapitalmarktanlagen erfolgt.






