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Kartenzahlung boomt: girocard-Terminals legen um über zehn Prozent zu

Girocard auf einem Smartphone am Bezahlterminal
Foto: girocard / Stabil & Grazil OHG

Key takeaways

Fast 1,4 Millionen Terminals akzeptieren inzwischen die girocard. Gleichzeitig steigen die Transaktionszahlen, während der durchschnittliche Zahlbetrag sinkt. Neue Händler-App-Funktionen und Vorautorisierungen sollen das Einsatzgebiet künftig verbreitern.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die girocard baut ihre Präsenz im deutschen Zahlungsverkehr weiter aus. Im ersten Halbjahr 2026 waren laut EURO Kartensysteme und 1,397 Millionen aktive Terminals für das Bezahlen mit der Debitkarte ausgestattet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von 11,1 Prozent und damit einem neuen Höchststand.

Parallel nahm die Nutzung zu. Zwischen Januar und Juni wurden rund 4,21 Milliarden girocard-Transaktionen registriert, 4,0 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Der damit abgewickelte Umsatz erhöhte sich allerdings deutlich langsamer um 0,8 Prozent auf 151,9 Milliarden Euro. Die Zahlen zeigen damit zugleich, dass die Karte zunehmend für kleinere Einkäufe eingesetzt wird.

Zahl der girocard-Terminals wächst um 11,1 Prozent

Im ersten Halbjahr 2025 gab es rund 1,257 Millionen aktive Terminals mit girocard-Akzeptanz. Binnen eines Jahres kamen damit etwa 140.000 Bezahlpunkte hinzu. Zugleich hat sich das Wachstum beschleunigt: Zwischen 2024 und 2025 hatte der Zuwachs noch 6,2 Prozent betragen.

Nach Angaben von EURO Kartensysteme trägt dazu auch das zunehmende Interesse internationaler Zahlungsanbieter bei. Diese integrieren die girocard verstärkt in ihre Angebote und reagieren damit auf die Nachfrage des deutschen Handels und seiner Kunden.

Für Händler verbreitert sich dadurch die technische Verfügbarkeit des in Deutschland etablierten Debitkartenverfahrens. Die wachsende Terminalbasis schafft zugleich die Voraussetzung dafür, die girocard auch außerhalb klassischer großer Einzelhandelsstandorte stärker einzusetzen.

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Durchschnittlicher Zahlbetrag fällt auf 36,12 Euro

Die Entwicklung der Transaktionszahlen fällt stärker aus als das Umsatzwachstum. Während die Zahl der Bezahlvorgänge um 4,0 Prozent zunahm, erhöhte sich der darüber abgewickelte Betrag lediglich um 0,8 Prozent. Entsprechend sank der durchschnittliche Umsatz je Transaktion.

Im ersten Halbjahr 2026 lag der Durchschnittsbon bei 36,12 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 37,28 Euro. Die girocard wird damit zunehmend auch für niedrigere Rechnungsbeträge eingesetzt und ist nicht mehr vorwiegend ein Zahlungsmittel für größere Einkäufe.

Mit rund 4,21 Milliarden Vorgängen innerhalb von sechs Monaten bleibt die girocard nach Angaben von EURO Kartensysteme das meistgenutzte bargeldlose Bezahlverfahren in Deutschland. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren rund 4,04 Milliarden Transaktionen registriert worden.

Kontaktloses Bezahlen erreicht 92 Prozent

Besonders weit fortgeschritten ist die Umstellung auf kontaktlose Zahlungen. Im Juni 2026 wurden rund 92 Prozent aller girocard-Transaktionen kontaktlos durchgeführt. Im Juni des Vorjahres hatte der Anteil noch bei 88 Prozent gelegen.

Damit ist das Vorhalten oder Einstecken der physischen Karte am Terminal inzwischen die Ausnahme. Kontaktlos bezahlt werden kann neben der Karte auch mit Smartphone oder Smartwatch. Nahezu alle Akzeptanzterminals unterstützen nach Angaben des Anbieters mittlerweile die entsprechende Technologie.

Die hohe Quote unterstreicht, wie schnell sich das Bezahlverhalten an deutschen Kassen verändert hat. Gleichzeitig gewinnt die digitale Bereitstellung der girocard in Wallets und Banking-Apps an Bedeutung.

girocard soll zusätzliche Bezahlsituationen erschließen

Die Weiterentwicklung beschränkt sich nicht auf klassische Kassenterminals. Die girocard soll künftig auch als Zahlungsmöglichkeit direkt in Händler-Apps integriert werden. Damit erweitert sich ihr Einsatzbereich um digitale Bezahlprozesse innerhalb der Anwendungen von Handelsunternehmen.

Geplant ist zudem die Unterstützung von Transaktionen, bei denen zunächst ein Betrag vorautorisiert werden muss. Solche Verfahren sind beispielsweise bei Hotel- oder Mietwagenbuchungen verbreitet und gehören bislang nicht zu den klassischen Einsatzfeldern der girocard.

Zusätzlich werden Verknüpfungen mit Kundenbindungsprogrammen ausgebaut. Zusammen mit der zunehmenden Integration in digitale Wallets entwickelt sich die girocard damit schrittweise von der klassischen Plastikkarte zu einem Zahlungsmittel für unterschiedliche physische und digitale Nutzungssituationen.

Kartenzahlung verankert sich tiefer im Handelsalltag

Die Halbjahreszahlen zeigen vor allem eine wachsende Akzeptanzinfrastruktur und eine steigende Zahl alltäglicher Kartenzahlungen. Bemerkenswert ist dabei die Kombination aus zweistelligem Terminalwachstum, steigenden Transaktionszahlen und einem sinkenden Durchschnittsbon.

Für den Handel wird die girocard damit nicht nur an mehr Bezahlpunkten verfügbar, sondern auch bei kleineren Warenkörben häufiger genutzt. Der hohe Kontaktlos-Anteil und die geplante Erweiterung auf Händler-Apps sowie Vorautorisierungen verbreitern gleichzeitig das Einsatzspektrum.

Die weitere Entwicklung dürfte deshalb nicht allein an der Zahl klassischer Kartenzahlungen an der Ladenkasse abzulesen sein. Mit Wallets, Apps und zusätzlichen Transaktionstypen versucht das girocard-System, weitere Bereiche des zunehmend digitalisierten Zahlungsverkehrs abzudecken.

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