Google zeigt, wie sich generative KI stärker in konkrete Arbeitsabläufe der Modebranche integrieren lässt. Gemeinsam mit den Designern Jane Wade und Sergio Hudson entwickelte das Envisioning Studio mit Unterstützung von Google Labs zwei spezialisierte Werkzeuge innerhalb von Google Flow.
Die Tools sollten nicht Kleidung entwerfen, sondern zeitintensive Produktionsschritte vereinfachen. Im Fokus standen laut einem Google Blogbeitrag virtuelles Styling, Set-Planung und die Vorbereitung von Laufstegshows für die New York Fashion Week.
Styling Suite simuliert komplette Looks
Für Jane Wade entstand die sogenannte Styling Suite. Damit konnten Kleidung, Schuhe, Accessoires, Haare und Make-up auf digitalen Models kombiniert und komplette Looks vor der physischen Produktion beurteilt werden.
Google zufolge dauern klassische Castings und Fittings für ein Designteam häufig mehrere Tage. Durch die virtuelle Planung konnte Wade verschiedene Kombinationen schneller testen und früh erkennen, welche Elemente in einer Kollektion noch fehlten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Sergio Hudson plant Laufsteg virtuell
Für Sergio Hudson entwickelte Google das Werkzeug Runway Visualization. Damit ließ sich der Aufbau einer Modenschau digital simulieren und an ein begrenztes Produktionsbudget anpassen.
Hudson konnte Licht, Requisiten und Wege der Models verändern, ohne für jede Anpassung eine neue klassische 3D-Visualisierung erstellen zu lassen. Dadurch sollten Abstimmungsschleifen mit dem Produktionsteam reduziert werden.
Flow soll individuelle Werkzeuge ohne Programmierung ermöglichen
Google positioniert Flow damit zunehmend als Plattform, auf der Nutzer nicht nur Inhalte generieren, sondern eigene spezialisierte Workflows erstellen können. Solche Werkzeuge lassen sich laut Unternehmen über natürliche Sprache beschreiben und ohne Programmierkenntnisse aufsetzen.
Der Ansatz unterscheidet sich von allgemeinen KI-Assistenten: Statt eines universellen Tools entstehen Anwendungen für klar definierte Aufgaben innerhalb bestehender Arbeitsprozesse.
Modebranche soll über Pilotprojekte hinauskommen
Google sieht in der Zusammenarbeit ein Beispiel dafür, wie KI-Projekte in der Modebranche stärker aus der Experimentierphase in den praktischen Einsatz überführt werden können. Entscheidend sei, Werkzeuge gemeinsam mit den Anwendern zu entwickeln und in bestehende Abläufe einzubetten.
Die beiden Projekte zeigen zugleich, wo generative KI kurzfristig besonders relevant werden könnte: weniger beim vollständigen Ersetzen kreativer Arbeit als bei Visualisierung, Planung und Variantenbildung rund um den eigentlichen Designprozess.





