Mehr als die Hälfte der Deutschen will in den kommenden sechs Monaten im eigenen Zuhause aktiv werden. Das zeigen aktuelle Erhebungen von YouGov aus dem März 2026. Besonders ausgeprägt ist die Bereitschaft bei Immobilieneigentümern, von denen rund 62 Prozent konkrete Projekte planen.
Eigenleistung dominiert bei Heimprojekten
Der Wunsch, Arbeiten selbst umzusetzen, ist stark ausgeprägt. Insgesamt 41 Prozent der künftigen Heimwerker wollen Projekte eigenständig oder gemeinsam mit ihrem sozialen Umfeld realisieren. Männer tendieren dabei eher zur alleinigen Umsetzung, während Frauen häufiger Unterstützung aus dem Freundes- oder Familienkreis einbinden. Externe Fachkräfte werden zwar hinzugezogen, jedoch meist ergänzend: 35 Prozent greifen bei Bedarf auf professionelle Hilfe zurück, während lediglich 16 Prozent ihre Projekte überwiegend auslagern.
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Regionale Unterschiede bei Projektarten
Die geplanten Maßnahmen unterscheiden sich deutlich zwischen Stadt und Land. In urbanen Gebieten stehen vor allem Innenraumprojekte im Vordergrund, insbesondere Küchenmodernisierungen. Auf dem Land hingegen liegt der Fokus stärker auf strukturellen Arbeiten am Gebäude, etwa an Dach, Fassade oder Entwässerungssystemen. Diese Unterschiede spiegeln die jeweiligen Wohn- und Eigentumsverhältnisse wider.
Klassische Renovierungen im Fokus
Zu den häufigsten Vorhaben zählen weiterhin grundlegende Verschönerungsmaßnahmen. An erster Stelle steht das Streichen von Wänden, gefolgt vom Verlegen neuer Bodenbeläge sowie der Modernisierung von Bad und Küche. Diese Projekte sind vergleichsweise niedrigschwellig und lassen sich oft ohne umfangreiche Fachkenntnisse umsetzen.
Klare Präferenz für OBI
Bei der Wahl des Baumarkts zeigt sich ein eindeutiges Bild: OBI, erst letzte Woche mit einem kleinen Marken-Rebranding in Erscheinung getreten, ist die bevorzugte Anlaufstelle für Heimwerker. Mit deutlichem Abstand folgen andere Anbieter wie Toom und Bauhaus. Trotz vergleichbarer Filialnetze erreicht Hagebau eine deutlich geringere Kaufabsicht. Auch kleinere Ketten positionieren sich im Mittelfeld, während einige Anbieter kaum Relevanz als erste Wahl besitzen.
Persönliche Empfehlungen entscheidend
Für die Kaufentscheidung spielen persönliche Kontakte eine zentrale Rolle. Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld haben für nahezu die Hälfte der Befragten das größte Gewicht. Klassische Bewertungen sowie Beratung im Geschäft folgen dahinter. Digitale Informationsquellen wie Herstellerseiten, Vergleichsportale oder soziale Medien werden ebenfalls genutzt, sind jedoch weniger einflussreich. Auffällig ist, dass Männer stärker auf digitale Recherche setzen, während Frauen häufiger auf persönliche Empfehlungen vertrauen.
Der anhaltende DIY-Trend sorgt damit nicht nur für hohe Aktivität im privaten Bereich, sondern stärkt zugleich die Nachfrage im Baumarktsegment – mit klaren Gewinnern an der Spitze.


