Die deutschen Importpreise sind im August 2026 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen sie 8,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit so hoch wie seit Dezember 2022 nicht mehr. Gegenüber Juli verteuerten sich Einfuhren um 1,0 Prozent. Wichtigste Preistreiber waren Energie und Vorleistungsgüter.
Energie verteuert Importe besonders stark
Importierte Energie kostete im August 43,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 7,5 Prozent mehr als im Juli. Destatis führt die Entwicklung vor allem auf die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten zurück.
Besonders kräftig stiegen die Preise für Strom mit 63,9 Prozent und für Mineralölerzeugnisse mit 63,3 Prozent. Erdgas verteuerte sich um 41,9 Prozent, Erdöl um 32,0 Prozent und Steinkohle um 18,3 Prozent. Bei Dieselkraftstoff und leichtem Heizöl lag das Plus sogar bei 80,9 Prozent.
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Vorleistungsgüter ebenfalls deutlich teurer
Auch importierte Vorleistungsgüter verteuerten sich erheblich. Im Durchschnitt lagen ihre Preise 11,0 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Besonders stark zogen Nicht-Eisen-Metalle und daraus gefertigte Halbzeuge an. Kupfer verteuerte sich um 38,1 Prozent, Edelmetalle um 28,6 Prozent und Aluminium um 22,3 Prozent. Auch Kunststoffe in Primärformen sowie elektronische Bauelemente wurden deutlich teurer.
Konsumgüter und Agrarimporte günstiger
Nicht alle Einfuhren verteuerten sich. Landwirtschaftliche Güter kosteten im Durchschnitt 2,4 Prozent weniger als im August 2025. Rohkakao verbilligte sich im Jahresvergleich um 27,7 Prozent, Rohkaffee um 11,3 Prozent und lebende Schweine um 32,9 Prozent.
Auch importierte Konsumgüter lagen insgesamt 0,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Nahrungsmittel verbilligten sich sogar um 7,4 Prozent. Deutlich günstiger waren unter anderem Kakaobutter und andere Kakaoerzeugnisse, Frucht- und Gemüsesäfte sowie Schweinefleisch.
Exportpreise steigen um 4,7 Prozent
Parallel legten auch die deutschen Exportpreise deutlich zu. Im August lagen sie 4,7 Prozent über dem Vorjahreswert und 0,4 Prozent höher als im Juli. Damit erreichte die Jahresrate den stärksten Anstieg seit Februar 2023.
Auch hier trieben vor allem Vorleistungsgüter und Energie die Entwicklung. Energieexporte verteuerten sich um 44,1 Prozent, Mineralölerzeugnisse um 53,6 Prozent. Bei exportiertem Kerosin lag der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr bei 78,6 Prozent.
Preisauftrieb konzentriert sich auf Energie und Industrie
Ohne Energie wären die Importpreise im August lediglich um 5,1 Prozent gestiegen. Investitionsgüter verteuerten sich im Jahresvergleich um 3,7 Prozent.
Damit zeigt sich ein stark gespaltenes Bild: Während Energie und industrielle Vorprodukte erheblichen Preisdruck erzeugen, entwickelten sich viele Konsum- und Agrargüter günstiger. Für Unternehmen mit hohem Energie- und Materialeinsatz bleibt der Kostendruck damit deutlich stärker als für konsumnahe Importeure.



