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Supercomputer JUPITER: Europas Antwort auf die globale Rechenmachtfrage?

Kuehlung des JUPITER Supercomputers
Foto: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

Key takeaways

JUPITER, Europas erster Exascale-Supercomputer, wurde in Jülich eingeweiht und vereint extreme Rechenleistung mit höchster Energieeffizienz. Das System dient Forschung, KI-Entwicklung und Industrieanwendungen. Hochrangige Stimmen würdigten JUPITER als Schlüsselprojekt für Europas digitale Souveränität.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Mit dem Start des JUPITER-Supercomputers ist Europa offiziell ins Exascale-Zeitalter eingetreten. Am 5. September 2025 wurde das System im Forschungszentrum Jülich feierlich in Betrieb genommen – in Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und EU-Kommissarin Ekaterina Zaharieva. JUPITER ist das erste europäische System, das die Marke von einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde (1 ExaFLOP) überschreitet – und rangiert damit weltweit auf Platz vier der leistungsstärksten Supercomputer.

Europas Sprung in eine neue Rechenklasse

JUPITER (Joint Undertaking Pioneer for Innovative and Transformative Exascale Research) wurde im Rahmen einer 500 Millionen Euro schweren Gemeinschaftsinvestition von der EU und Deutschland finanziert. Das System wurde vom Jülich Supercomputing Centre (JSC) gemeinsam mit dem EuroHPC Joint Undertaking (JU) entwickelt. Mit über 24.000 NVIDIA GH200 Grace Hopper Chips im sogenannten JUPITER Booster erreicht das System in KI-Anwendungen sogar mehr als 40 ExaFLOP/s.

„Dies ist ein historischer Meilenstein“, betonte EU-Kommissarin Henna Virkkunen. „JUPITER steht sinnbildlich für die technologische Souveränität Europas und beweist, was durch europäische Zusammenarbeit möglich ist.“ Auch Bundeskanzler Merz würdigte das Projekt als „Leuchtturm deutscher und europäischer Innovationskraft“, das zeige, wie wichtig souveräne Rechenkapazitäten für Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit seien.

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Energieeffizienz als Leitmotiv

Besonders bemerkenswert ist JUPITERs Energieeffizienz: Der Supercomputer wird vollständig mit Ökostrom betrieben und nutzt eine Warmwasserkühlung, deren Abwärme in das Wärmenetz des Jülicher Campus eingespeist wird. Damit erreicht JUPITER Platz 1 im internationalen Green500-Ranking – ein Indikator für besonders umweltfreundliches Supercomputing. Laut IEA könnte sich der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 verdoppeln, weshalb nachhaltige Infrastrukturen wie diese eine zunehmende Rolle spielen.

Prof. Astrid Lambrecht, Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, hob hervor: „In einer Ära wachsender digitaler Anforderungen zeigt JUPITER, wie leistungsfähige Rechenzentren auch nachhaltig betrieben werden können.“

Katalysator für Forschung, KI und Industrie

Der JUPITER-Supercomputer wird zentrale Forschungsvorhaben beschleunigen – darunter hochauflösende Klima- und Wettermodelle, Medikamentenentwicklung und Materialforschung. Insbesondere bei Extremwetter-Vorhersagen, medizinischen Simulationen oder der Energiesystemforschung könnte JUPITER neue Maßstäbe setzen. Prof. Thomas Lippert vom JSC sagte: „JUPITER verändert die Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Forschung grundlegend. Modelle, die bislang rechnerisch unzugänglich waren, werden jetzt Realität.“

Im Zentrum steht zudem die Unterstützung Künstlicher Intelligenz. Die geplante JUPITER AI Factory (JAIF) wird als Trainingsplattform für europäische Large Language Models (LLMs) dienen und ist Teil der EU-weiten Strategie zur Entwicklung von KI-Gigafactories. Diese sollen Rechenleistung, Daten und Talente bündeln – vor allem für den Transfer in die Industrie. Bundesministerin Dorothee Bär formulierte es so: „JUPITER ist mehr als ein technisches Meisterwerk – er ist ein Werkzeug für die europäische Hightech-Agenda.“

Strukturwandel und Standortpolitik

Für Nordrhein-Westfalen markiert JUPITER auch ein politisches Signal: Der Supercomputer wurde in einem neu errichteten Rechenzentrum auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus im Rheinischen Revier aufgebaut. Ministerpräsident Wüst sieht darin eine „Zeitenwende vom Kohle- zum KI-Zeitalter“. Mit Investitionen in Zukunftstechnologien wolle NRW zur europäischen KI-Spitze aufschließen und Standort für Hochtechnologie werden.

Auch für Eviden, ein Unternehmen der Atos Group und Technologiepartner des Projekts, hat JUPITER eine strategische Bedeutung. Emmanuel Le Roux, Leiter für Advanced Computing bei Eviden, bezeichnete das Projekt als „Beweis europäischer Innovationsfähigkeit“ und als Symbol dafür, „was durch Kooperation zwischen Forschung, Politik und Industrie erreicht werden kann.“

Europas technologische Vision

Parallel zur JUPITER-Einweihung wurden durch die Europäische Kommission 13 KI-Fabriken und 76 Interessenbekundungen für sogenannte KI-Gigafactories bekanntgegeben. Diese sollen künftig als Plattformen für das Training von Hyperscale-KI-Modellen dienen – mit Hunderten von Billionen Parametern. JUPITER ist dabei ein zentrales Rückgrat. Wie Anders Jensen, Exekutivdirektor des EuroHPC JU, erklärte: „Mit JUPITER beginnt eine neue Ära wissenschaftlicher Durchbrüche, industrieller Innovationen und europäischer Souveränität.“

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