Der französische Luxuskonzern Kering strukturiert sein Schmuckgeschäft neu und bündelt seine Aktivitäten künftig in einer eigenständigen Einheit. Unter dem Namen „Kering Jewelry“ sollen die bestehenden Schmuckmarken des Konzerns enger zusammengeführt und strategisch weiterentwickelt werden.
Mit der neuen Organisation verfolgt das Unternehmen das Ziel, Synergien zu nutzen, operative Prozesse besser zu koordinieren und das Wachstum im Schmucksegment zu beschleunigen. Die Leitung der neuen Division übernimmt Jean-Marc Duplaix, der zugleich weiterhin als Chief Operating Officer des Konzerns tätig bleibt.
Bündelung mehrerer Schmuckmarken
Unter dem Dach von Kering Jewelry werden mehrere etablierte Schmuckhäuser zusammengeführt. Dazu zählen die französische Traditionsmarke Boucheron, das italienische Haus Pomellato mit der Marke Dodo sowie die auf asiatische Märkte ausgerichtete Marke Qeelin.
Die neue Struktur soll es ermöglichen, die kreativen Identitäten der einzelnen Marken zu bewahren und gleichzeitig operative Synergien zu schaffen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Integration industrieller Kompetenzen
Neben den Markenaktivitäten werden auch industrielle Kompetenzen stärker in die neue Plattform integriert. Dazu gehört insbesondere die 2025 akquirierte Raselli Franco Group, ein italienisches Unternehmen mit Spezialisierung auf Schmuckfertigung und Produktionstechnologien.
Durch die Einbindung solcher Fertigungskompetenzen will Kering seine Wertschöpfungskette stärken und Innovationen im Schmuckdesign sowie in der Produktion schneller vorantreiben.
Schmuck gewinnt strategische Bedeutung
Die Neustrukturierung unterstreicht die wachsende Bedeutung des Schmucksegments im globalen Luxusmarkt. Während viele Luxuskonzerne traditionell stark auf Lederwaren und Mode setzen, gilt Schmuck als besonders margenstarkes Geschäftsfeld mit stabiler Nachfrage.
Insbesondere in Märkten wie den USA und Asien wächst die Nachfrage nach hochwertigen Schmuckstücken kontinuierlich.
Mit der neuen Plattform baut Kering daher eine zusätzliche strategische Säule neben seinen großen Mode- und Lederwarenmarken auf, zu denen unter anderem Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta gehören.
Vergleich mit Wettbewerbern
Branchenbeobachter sehen den Schritt auch im Kontext des Wettbewerbs innerhalb der Luxusindustrie. Konzerne wie LVMH oder Richemont haben ihre Schmuck- und Uhrenaktivitäten bereits frühzeitig zentralisiert und massiv ausgebaut.
Mit der neuen Organisation könnte Kering ähnliche Skaleneffekte erzielen und seine Marktposition im hochpreisigen Schmucksegment stärken.
Duplaix übernimmt Schlüsselrolle
Die Leitung der neuen Division übernimmt Jean-Marc Duplaix. In seiner Rolle als Group Chief Operating Officer verantwortet er bereits zentrale Bereiche wie Finanzen, M&A, Investor Relations, Immobilien und Digitalstrategie.
Die zusätzliche Verantwortung für Kering Jewelry unterstreicht die strategische Bedeutung des Schmuckgeschäfts für den Konzern.
Die Geschäftsführer der einzelnen Schmuckhäuser werden künftig direkt an Duplaix berichten, wodurch Entscheidungsprozesse beschleunigt und strategische Initiativen besser koordiniert werden sollen.
Plattformmodell für weiteres Wachstum
Mit der neuen Struktur setzt Kering auf ein integriertes Plattformmodell, das kreative Markenführung mit zentralisierten operativen Funktionen verbindet.
Die Bündelung soll nicht nur Effizienzvorteile bringen, sondern auch neue Möglichkeiten für Innovation, gemeinsame Projekte zwischen den Marken und eine stärkere Präsenz in wachstumsstarken Märkten schaffen.
Für den Konzern ist Kering Jewelry damit mehr als eine organisatorische Anpassung. Die neue Einheit soll langfristig zu einem wichtigen Wachstumstreiber im Luxusportfolio werden.


