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KfW: Blockade der Straße von Hormus könnte Inflation in Deutschland erhöhen

Seefrachter in einem Hafen
Foto: Pexels / Martin Damboldt

Key takeaways

Der Nahostkrieg und steigende Energiepreise stellen laut KfW Research ein Risiko für die deutsche Konjunktur dar. Eine kurzfristige Blockade der Straße von Hormus würde den Aufschwung jedoch kaum gefährden. Deutlich stärker als das Wachstum dürfte allerdings die Inflation auf den Energiepreisschock reagieren.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Krieg im Nahen Osten und steigende Energiepreise stellen ein Risiko für die wirtschaftliche Erholung Deutschlands dar. Nach Einschätzung von KfW Research bleibt der erwartete Aufschwung jedoch stabil, sofern eine mögliche Blockade der Straße von Hormus nur wenige Wochen andauert.

Energiepreise steigen durch geopolitische Spannungen

Die militärische Eskalation im Nahen Osten hat bereits zu spürbaren Preisanstiegen bei Öl und Gas geführt. Ein wesentlicher Grund dafür ist die strategische Bedeutung der Straße von Hormus: Rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Handels passiert diese Meerenge.

KfW Research geht in seinem Basisszenario davon aus, dass die Straße von Hormus lediglich für einige Wochen blockiert bleibt und sich die Energiepreise im Verlauf des zweiten Quartals wieder normalisieren. In diesem Fall würde der negative Effekt auf das Wirtschaftswachstum begrenzt bleiben.

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Wachstumseinbußen bleiben moderat

Die aktuelle Wachstumsprognose für Deutschland liegt bei rund 1,5 Prozent im Jahr 2026. Sollte sich das Basisszenario bestätigen, würde der Konflikt das Wachstum lediglich um etwa 0,17 Prozentpunkte reduzieren.

Auch im sogenannten Plateau-Szenario, bei dem sich die Energiepreise langsamer normalisieren, bliebe der Effekt vergleichsweise moderat. Hier würde das Wachstum um rund 0,27 Prozentpunkte niedriger ausfallen.

Deutlich stärker wären die Auswirkungen allerdings im Fall einer länger anhaltenden Blockade. Im sogenannten Spike-Szenario mit einer mehrmonatigen Unterbrechung der Tankertransporte könnte der Wachstumsverlust 2026 fast einen halben Prozentpunkt betragen.

Inflation reagiert stärker als Wachstum

Während die Wachstumswirkungen relativ begrenzt bleiben könnten, wäre der Effekt auf die Inflation deutlich spürbarer. Bereits im Basisszenario rechnen die Ökonomen mit einer um etwa 0,5 Prozentpunkte höheren Inflationsrate im Jahr 2026.

In den beiden Risikoszenarien könnte der Anstieg sogar über einen Prozentpunkt betragen. Für die Europäische Zentralbank würde dies einen zusätzlichen Balanceakt bedeuten: Einerseits würde der Preisdruck steigen, andererseits könnte die Konjunktur gleichzeitig gebremst werden.

Dauer der Blockade entscheidender Faktor

Die entscheidende wirtschaftliche Frage ist laut KfW Research, wie lange die Straße von Hormus tatsächlich blockiert bleibt. Mehrere Entwicklungen könnten ein Ende der Blockade herbeiführen – etwa eine militärische Schwächung der iranischen Infrastruktur, ein politisches Abkommen oder ein Machtwechsel im Iran.

Im aktuellen Basisszenario halten die Analysten eine Aufhebung der Blockade zu Beginn des zweiten Quartals für wahrscheinlich.

Unsicherheit bleibt hoch

Die geopolitische Situation bleibt jedoch schwer kalkulierbar. Besonders die unklare strategische Zielsetzung der US-Regierung erhöht die Unsicherheit über Dauer und Verlauf des Konflikts.

Für die deutsche Wirtschaft bedeutet dies, dass kurzfristige Energiepreisschocks zwar verkraftbar erscheinen, eine längere Störung der globalen Energieversorgung jedoch spürbare Auswirkungen auf Wachstum, Inflation und die weltweite Konjunktur haben könnte.

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