Künstliche Intelligenz verändert die wirtschaftliche Logik im IT-Sourcing. Laut der neuen Lünendonk-Studie „IT-Sourcing-Trends 2026/2027“ gewinnen Managed Services, automatisierte Liefermodelle und ergebnisorientierte Verträge deutlich an Bedeutung. Klassische Vergütungsmodelle wie Time & Material oder FTE-basierte Abrechnung geraten dagegen zunehmend unter Druck.
Kunden verlangen konkrete KI-Effizienzgewinne
90 Prozent der befragten Unternehmen erwarten von ihren IT-Dienstleistern konkrete Vorschläge, wie generative KI Effizienz und Qualität von IT-Services verbessern kann. Gleichzeitig verhandeln 70 Prozent bereits über Abschläge auf klassische Time-and-Material- oder FTE-Modelle, wenn der KI-Einsatz zunimmt.
Auch die Vertragsgestaltung wird angepasst. 80 Prozent der Unternehmen überarbeiten ihre Vereinbarungen mit IT-Providern schrittweise, um den Einsatz generativer KI ausdrücklich zu regeln.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Managed Services gewinnen weiter an Bedeutung
95 Prozent der Befragten rechnen mit einer wachsenden Bedeutung von Managed Services. 87 Prozent erwarten zudem einen stärkeren Einsatz KI-gestützter und hochautomatisierter Delivery-Modelle.
Ergebnisorientierte Vergütung gewinnt ebenfalls an Gewicht. 77 Prozent rechnen mit einer stärkeren Verbreitung outcome-basierter Modelle, während 61 Prozent einen Bedeutungsverlust von Time & Material erwarten.
KI verändert auch Offshore-Modelle
Die zunehmende Automatisierung setzt klassische Offshore-Modelle unter Druck. Routinetätigkeiten, die bislang vor allem über niedrigere Personalkosten skaliert wurden, lassen sich zunehmend durch KI und automatisierte Systeme abbilden.
Lünendonk erwartet deshalb mehr hybride Modelle, in denen autonome Systeme mit Offshore-Mitarbeitern zusammenarbeiten. Für Dienstleister steigt zugleich der Druck, in KI-Agenten und deren Steuerung zu investieren.
Digitale Souveränität wird wichtiger
Neben Effizienz und Kosten rücken weitere strategische Themen stärker in den Fokus. 98 Prozent der Unternehmen priorisieren laut Studie digitale Resilienz, 97 Prozent Kostenoptimierung und 94 Prozent Cloud-Transformation.
85 Prozent verankern außerdem digitale Souveränität in ihrer IT-Sourcing-Strategie. Damit geht es bei der Auswahl und Steuerung von IT-Dienstleistern zunehmend auch um Fragen von Datennutzung, Nachvollziehbarkeit, Kontrolle und Schutz von Betriebsgeheimnissen.
Beratungsbudgets sollen steigen
Die wachsende Komplexität wirkt sich auch auf den Beratungsbedarf aus. Für 2026 planen viele Unternehmen zunächst moderate Budgetsteigerungen von bis zu 5 Prozent.
Für 2027 rechnen bereits 56 Prozent mit einem Zuwachs ihrer Budgets für IT-Sourcing-Beratung von mindestens 5 Prozent. Unternehmen reagieren damit auf die komplexere Verzahnung von Cloud, KI, Vertragsmodellen und Souveränitätsanforderungen.





