Die Art und Weise, wie Konsumentinnen und Konsumenten Produkte entdecken, verändert sich grundlegend. Laut dem aktuellen „State of Commerce“-Report von Salesforce beginnt ein wachsender Teil der Kaufprozesse nicht mehr über klassische Suchmaschinen oder Shops, sondern direkt in KI-gestützten Dialogen. Diese Entwicklung gewinnt rasant an Dynamik und stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen.
KI wird zum Einstiegspunkt im Kaufprozess
Sogenannte agentische Suche – also die Produktsuche über KI-Assistenten – ist innerhalb eines Jahres um 200 Prozent gewachsen. Immer mehr Konsumenten starten ihre Kaufentscheidung mit einer Frage an ein Large Language Model oder einen integrierten KI-Assistenten.
Parallel dazu verliert die klassische Produktsuche an Bedeutung. Während die Nutzung traditioneller Suchkanäle zurückgeht, gewinnen neue digitale Touchpoints wie KI-Tools, soziale Plattformen und Delivery-Apps deutlich an Relevanz.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Steigende Erwartungen setzen Unternehmen unter Druck
Die Entwicklung erhöht den Druck auf Handelsunternehmen erheblich. Ein Großteil der Verantwortlichen sieht sich mit steigenden Kundenerwartungen konfrontiert, insbesondere im Hinblick auf personalisierte Erlebnisse. Gleichzeitig fällt es vielen Organisationen schwer, diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Die Implementierung von KI-Technologien ist daher für viele Unternehmen zur obersten Priorität geworden – zugleich aber auch zur größten Herausforderung.
Unternehmen hinken der Entwicklung hinterher
Während Konsumenten KI bereits aktiv nutzen, ist die Umsetzung auf Unternehmensseite noch vergleichsweise gering. Nur ein kleiner Teil der Organisationen setzt agentische KI derzeit ein, auch wenn viele eine Einführung in naher Zukunft planen.
Auffällig ist jedoch, dass Unternehmen, die bereits auf KI setzen, diese schnell in größerem Umfang ausrollen. Der Fokus liegt dabei auf der Integration über verschiedene Funktionen hinweg – von Kundenservice bis hin zu Merchandising und IT.
Produktsuche verlagert sich außerhalb der Markenkanäle
Ein zentraler Trend ist die Verlagerung der Produktsuche weg von markeneigenen Plattformen. Nutzer entdecken Produkte zunehmend über externe KI-Systeme, bevor sie überhaupt mit einer Marke in Kontakt treten.
Das bedeutet für Unternehmen: Wer in diesen frühen Phasen der Entscheidungsfindung nicht präsent ist, verliert potenzielle Kundschaft bereits vor dem eigentlichen Kaufprozess.
Daten und Systeme als zentrale Herausforderung
Die Skalierung von KI stößt in vielen Unternehmen auf strukturelle Hürden. Fragmentierte Daten, eine wachsende Zahl an Systemen und mangelnde Integration erschweren die Umsetzung erheblich.
Nur ein kleiner Teil der Organisationen verfügt über vollständig vernetzte Kundendaten. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von Ineffizienzen und hohen Kosten durch isolierte Systeme.
Datenintegration wird zum Wettbewerbsvorteil
Unternehmen, die ihre Daten erfolgreich vereinheitlichen, profitieren deutlich. Sie berichten von besserer Zusammenarbeit zwischen Abteilungen, effektiverem Einsatz von KI und einer stärkeren Kundenbindung.
Damit wird klar: Nicht allein der Einsatz von KI entscheidet über den Erfolg, sondern vor allem die Fähigkeit, Daten und Systeme zu integrieren und sinnvoll zu nutzen.






