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KIDS Act: Jüngere bevorzugen Altersnachweis ohne Klarnamen

Junge Teenager mit Smartphone
Foto: Pexels

Key takeaways

➟ Eine YouGov-Umfrage zeigt: Rund die Hälfte der Deutschen hält zusätzliche Identitäts- oder Altersnachweise bei Social Media für angemessen. Jüngere bevorzugen dabei häufiger Lösungen ohne Klarnamenpflicht.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Wie streng Nutzer ihre Identität bei Social Media nachweisen sollten, wird im Kontext des geplanten EU KIDS Act in Deutschland unterschiedlich bewertet. Eine repräsentative Befragung von YouGov und der Macromedia University of Applied Sciences zeigt, dass 49,6 Prozent der Erwachsenen eine Form zusätzlicher Verifizierung über die klassische Accountregistrierung hinaus für angemessen halten.

Dabei gibt es keinen klar dominierenden Ansatz. 16,2 Prozent bevorzugen eine verifizierte Identität bei weiterhin möglichem Pseudonym, 15,4 Prozent einen Altersnachweis ohne Klarnamen und 14,0 Prozent eine Klarnamenpflicht. Weitere 4,1 Prozent halten eine Identifizierung über Gerät oder Zahlungsmittel für angemessen.

Jüngere lehnen Klarnamenpflicht häufiger ab

Besonders deutlich unterscheiden sich die Altersgruppen. Bei den 18- bis 34-Jährigen sprechen sich 17,4 Prozent für einen Altersnachweis ohne Klarnamen aus, während lediglich 6,3 Prozent eine Klarnamenpflicht bevorzugen.

Bei den 35- bis 54-Jährigen liegen beide Varianten deutlich näher beieinander. Ab 55 Jahren verschiebt sich das Verhältnis zugunsten des Klarnamens: 17,8 Prozent halten ihn dort für angemessen, 14,0 Prozent den reinen Altersnachweis.

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Anonymität bleibt ein Spannungsfeld

Die Umfrage zeigt zugleich, dass die Befragten Anonymität ambivalent beurteilen. 76,8 Prozent sind der Ansicht, dass anonyme Nutzung aggressives Verhalten begünstigen kann, und 60,8 Prozent gewichten die Bekämpfung von Hassrede höher als den Schutz vollständiger Anonymität.

Gleichzeitig halten 47,9 Prozent anonyme Nutzung für wichtig, wenn Menschen wegen persönlicher Eigenschaften oder Lebensweisen negative Reaktionen befürchten müssen. 55,9 Prozent meinen zudem, dass Personen mit politischen Beiträgen grundsätzlich identifizierbar sein sollten.

Anforderungen unterscheiden sich je nach Dienst

Wie viel Identitätsprüfung als angemessen gilt, hängt stark vom jeweiligen Online-Dienst ab. Für die allgemeine Internetnutzung befürworten 28,6 Prozent weitergehende Nachweise, bei Messenger-Diensten sind es 39,5 Prozent und in öffentlichen Kommentarbereichen 42,0 Prozent.

Bei Online-Marktplätzen steigt der Anteil auf 49,3 Prozent. Für pornografische Inhalte halten 52,2 Prozent zusätzliche Verifikation für angemessen, beim Online-Glücksspiel und Wetten sind es 61,6 Prozent.

Finanzdienste haben höchste Zustimmung für Identitätsprüfung

Am höchsten fällt die Zustimmung bei Finanzdienstleistungen wie Online Banking aus. Dort halten 75,3 Prozent der Befragten eine weitergehende Identifizierung für angemessen.

Die Ergebnisse zeigen damit, dass Nutzer verschiedene Online-Bereiche unterschiedlich bewerten. Für Social Media gibt es zwar breite Unterstützung für zusätzliche Prüfmechanismen, aber keine eindeutige Mehrheit für einen bestimmten Weg.

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