Der britische Warenhauskonzern Marks & Spencer (M&S) weitet seine Zusammenarbeit mit Zeos, der B2B-Logistikmarke von Zalando, deutlich aus. Zeos übernimmt nun laut Pressemitteilung das Fulfilment für das Direct-to-Consumer-Onlinegeschäft von M&S in 22 Märkten Kontinentaleuropas. Zu den wichtigsten Ländern der ersten Ausbaustufe gehören Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Spanien.
Die Partnerschaft reicht bis 2022 zurück. Zunächst wickelte Zeos Bestellungen von M&S über Plattformen wie Zalando und About You ab, später kam Amazon hinzu. Mit der Erweiterung entwickelt sich die Zusammenarbeit von einer Marktplatzlösung zu einem kanalübergreifenden Logistikmodell für das europäische Onlinegeschäft.
Ein Warenbestand für mehrere Vertriebskanäle
Kern des neuen Modells ist ein gemeinsamer Warenbestand. Statt Produkte für einzelne Verkaufskanäle separat vorzuhalten, bündelt M&S sein Inventar in einem zentral gesteuerten Stock Pool. Über das europaweite Zeos-Netzwerk kann die Ware anschließend für unterschiedliche Vertriebskanäle genutzt und näher an den jeweiligen Kunden abgewickelt werden.
Zeos fungiert dabei als Logistik- und Technologieplattform. Die Zalando-Tochter verbindet verschiedene Vertriebskanäle mit einer Fulfilment-Infrastruktur und übernimmt unter anderem Versand und Retouren. Für Händler soll dies die Komplexität eines grenzüberschreitenden Multichannel-Geschäfts reduzieren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Polen-Test bringt deutlich höhere Conversion
Nach Angaben von Zeos zeigte ein erster Test in Polen deutliche Effekte. Die Nachfrage von Kunden sei um 22 Prozent gestiegen, während sich die Conversion um 97 Prozent verbessert habe. Durch die stärker lokalisierte Abwicklung sollen gleichzeitig die Logistikkosten sinken.
Zeos beziffert die mögliche Reduzierung der Versandkosten gegenüber früheren Versandmodellen auf bis zu 58 Prozent. Die Bearbeitungsdauer von Retouren sei um bis zu 77 Prozent gesunken. Zurückgeschickte Produkte können dadurch schneller wieder in den verfügbaren Warenbestand aufgenommen und erneut verkauft werden.
M&S will internationales Geschäft ausbauen
Für Marks & Spencer ist die Logistikpartnerschaft Teil der internationalen Wachstumsstrategie. Mit steigender Nachfrage nach dem Fashion-Sortiment in Europa will der britische Händler Geschwindigkeit, Warenverfügbarkeit und Service seines Onlinegeschäfts verbessern. Gleichzeitig soll die neue Struktur eine skalierbare Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.
Die erste Welle der erweiterten Kooperation ist inzwischen in Europa gestartet. M&S kann damit sowohl eigene Direct-to-Consumer-Webshops als auch Verkäufe über externe Plattformen auf dieselbe Logistikinfrastruktur und einen gemeinsamen Warenbestand stützen.
Zeos gewinnt als B2B-Geschäft von Zalando an Bedeutung
Für Zalando zeigt die Zusammenarbeit, wie der Konzern seine Infrastruktur zunehmend auch anderen Händlern zur Verfügung stellt. Zeos wurde als B2B-Marke aufgebaut und richtet sich an Mode- und Lifestyle-Unternehmen, die ihre Bestände und Fulfilment-Prozesse über verschiedene Märkte und Vertriebskanäle hinweg steuern wollen.
Mit Marks & Spencer bindet Zeos einen international bekannten Einzelhändler enger an seine Infrastruktur. Die Ausweitung auf 22 europäische Märkte zeigt zugleich, dass Zalando sein Logistiknetz nicht mehr ausschließlich als Grundlage des eigenen Plattformgeschäfts betrachtet, sondern zunehmend als eigenständige Dienstleistung für andere Handelsunternehmen vermarktet.






