METRO beendet sein Geschäft in Kasachstan bis Ende März 2027. Der Düsseldorfer Großhändler will alle sechs Märkte sowie das Liefergeschäft schrittweise schließen. Die Entscheidung folgt nach Unternehmensangaben auf eine Überprüfung der langfristigen Perspektiven des Geschäfts, das trotz mehrerer Anpassungen keine ausreichende Grundlage für nachhaltiges Wachstum geschaffen habe.
Sechs Märkte und Liefergeschäft werden geschlossen
METRO ist seit Oktober 2009 in Kasachstan aktiv und war damals nach eigenen Angaben der erste internationale Großhändler im Land. Seither investierte der Konzern in Märkte, Logistik, Lieferketten und den Aufbau des lokalen Geschäfts.
Zuletzt hatte METRO Kazakhstan sein Profil stärker auf Gastronomiekunden und unabhängige Händler ausgerichtet und dafür auch das Liefergeschäft erweitert. Dennoch blieben die Wachstumsperspektiven nach Einschätzung des Konzerns begrenzt, unter anderem wegen des spezialisierten Großhandelsmarktes und einer geografisch weit verteilten Kundenbasis.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Rund 650 Beschäftigte betroffen
Von dem Rückzug sind rund 650 Mitarbeiter betroffen. METRO kündigt an, den Abbau unter Beachtung der arbeitsrechtlichen Vorgaben zu begleiten und den Übergang für Beschäftigte, Kunden und Geschäftspartner schrittweise zu organisieren.
Die Schließungen sollen nicht auf einen Schlag erfolgen, sondern bis Ende März 2027 gestaffelt umgesetzt werden. Damit verabschiedet sich METRO nach mehr als 17 Jahren vollständig aus dem kasachischen Markt.
Russlandgeschäft kurz zuvor unter Zwangsverwaltung gestellt
Nur wenige Tage vor der Kasachstan-Entscheidung verlor METRO die operative Kontrolle über sein deutlich größeres Russlandgeschäft. Durch ein Dekret des russischen Präsidenten wurde METRO Russia am 28. September 2026 unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt.
Die operative Kontrolle wurde auf UK Torg RUS übertragen, ein Unternehmen des russischen METRO-Chefs Johannes Tholey. METRO AG bleibt formal Eigentümer der russischen Gesellschaft, kann deren Geschäft nach eigenen Angaben derzeit aber nicht mehr operativ steuern.
Russland und Kasachstan haben unterschiedliche Hintergründe
Die beiden Entwicklungen folgen zeitlich unmittelbar aufeinander, beruhen jedoch auf unterschiedlichen Ursachen. In Kasachstan hat METRO selbst nach einer strategischen Prüfung entschieden, den Markt wegen fehlender nachhaltiger Wachstumsperspektiven zu verlassen.
In Russland dagegen erfolgte der Kontrollverlust durch staatliche Anordnung. METRO betreibt dort 91 Großhandelsmärkte mit rund 9.000 Beschäftigten und prüft nach eigenen Angaben weiterhin die wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen des Eingriffs.
METRO verkleinert sein Geschäft in der Region
Mit dem angekündigten Ausstieg aus Kasachstan verliert METRO ein weiteres operatives Standbein in der Region. Während der Konzern das kasachische Geschäft geordnet herunterfährt, ist die Zukunft der russischen Tochtergesellschaft wegen der staatlichen Verwaltung derzeit außerhalb seiner operativen Kontrolle.
Für METRO bedeutet das innerhalb weniger Tage zwei tiefgreifende Veränderungen in seinen östlichen Märkten. In Kasachstan steht nun zunächst die geordnete Schließung der sechs Standorte und des Liefergeschäfts bis Ende März 2027 im Mittelpunkt.



