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Mobile Health: Wearables sollen stärker Teil der Versorgung werden

Fitness-Tracker am Handgelenk einer Frau
Foto: StockSnap / Pixabay

Key takeaways

Fitnessfunktionen dominieren bislang die Nutzung digitaler Gesundheitsangebote in Deutschland. Eine Befragung zeigt jedoch großes Interesse an der medizinischen Einbindung gesammelter Daten.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Health-Apps und Wearables werden in Deutschland bislang überwiegend für Fitness und einen gesünderen Alltag eingesetzt. Ihr medizinisches Potenzial bleibt dagegen weitgehend ungenutzt. Gleichzeitig wünschen sich viele Verbraucher eine stärkere Verknüpfung der gesammelten Gesundheitsdaten mit der ärztlichen Versorgung. Das zeigt die Deloitte-Studie „Mobile Health Consumer Trends 2026“, für die 2.000 Menschen in Deutschland befragt wurden.

Als häufigste Nutzungsmotive nennen die Teilnehmer die Verbesserung des Lebensstils mit 33 Prozent sowie Gewichtskontrolle und Selbstoptimierung mit jeweils 25 Prozent. Zur Überwachung chronischer Erkrankungen greifen dagegen 18 Prozent auf entsprechende Angebote zurück, auf ärztliche Empfehlung lediglich 13 Prozent.

Ältere Menschen bleiben bei Wearables zurück

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Während 80 Prozent der 25- bis 34-Jährigen eine Smartwatch besitzen oder deren Anschaffung erwägen, sind es bei Menschen über 65 Jahren nur 44 Prozent. Gerade jene Zielgruppen, die stärker von einer kontinuierlichen Beobachtung gesundheitlicher Werte profitieren könnten, nutzen die Technik damit vergleichsweise selten.

Ein wesentlicher Schlüssel für eine höhere Akzeptanz ist die Bedienbarkeit. 77 Prozent nennen eine einfache Nutzung als entscheidende Voraussetzung. Hinzu kommen Datenschutz, Datensicherheit, vertrauenswürdige Anbieter und die Kontrolle über die eigenen Informationen.

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Mehrheit will Gesundheitsdaten mit Ärzten teilen

Die Untersuchung widerspricht zugleich der Befürchtung, Wearables könnten ärztliche Beratung zunehmend ersetzen. Bei wiederholt auffälligen Gesundheitswerten würden 51 Prozent zunächst einen Arzttermin vereinbaren.

Auch die Bereitschaft zum Datenaustausch ist hoch. 63 Prozent würden Informationen ihrer Geräte mit Ärzten teilen. Insgesamt 83 Prozent bewerten es positiv, wenn Daten von Smartphones oder Wearables mit ihrer Zustimmung in die medizinische Behandlung einbezogen werden.

Damit eröffnet sich für Anbieter ein Markt jenseits klassischer Fitnessfunktionen. Voraussetzung sind Lösungen, die Daten nicht nur sammeln, sondern sie sicher und sinnvoll mit bestehenden Versorgungsstrukturen verbinden.

Smart Rings bieten Wachstumspotenzial

Unter neueren Geräten stoßen insbesondere Gesundheitsringe auf Interesse. 30 Prozent zeigen laut Deloitte Kaufinteresse an Smart Rings, während bislang lediglich rund neun Prozent ein solches Gerät nutzen. Als Vorteile gelten unter anderem medizinischer Nutzen, Diskretion und Alltagstauglichkeit.

Die Zahlungsbereitschaft für digitale Gesundheit bleibt insgesamt allerdings begrenzt. Bei jeder untersuchten Gesundheitsanwendung würde mehr als die Hälfte kein Geld ausgeben. Auch die Bereitschaft, in Wearables zu investieren, nimmt mit steigendem Alter ab.

Datenschutz wird zum Wettbewerbsfaktor

Für Anbieter reicht technischer Funktionsumfang deshalb nicht aus. Neben einfacher Bedienung erwarten Nutzer einen nachvollziehbaren Nutzen und einen vertrauenswürdigen Umgang mit sensiblen Gesundheitsinformationen. Sorgen bestehen insbesondere hinsichtlich Datenmissbrauch, unbefugter Zugriffe und mangelnder Transparenz.

Dabei spielt auch der Speicherort eine Rolle. Datenhaltung in Deutschland genießt laut Untersuchung eine höhere Akzeptanz als internationale Speicherlösungen. Für Technologie-, Gesundheits- und Telekommunikationsunternehmen kann Datensouveränität damit zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal werden.

Telekommunikationsanbieter besitzen vor allem bei sicherer Datenübertragung und Netzinfrastruktur Vertrauensvorteile. Statt umfassender eigener Gesundheitsplattformen sieht Deloitte für sie insbesondere Chancen in Kooperationen mit etablierten Akteuren des Gesundheitswesens.

Mobile Health steht damit an der Schwelle vom Lifestyle-Produkt zum Bestandteil medizinischer Versorgung. Das Marktpotenzial hängt jedoch davon ab, ob Anbieter besonders ältere Nutzer erreichen, die Bedienung vereinfachen und Gesundheitsdaten sicher in bestehende Behandlungsprozesse integrieren.

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