Die Konsumstimmung in Deutschland verschlechtert sich für Oktober 2026 vor allem bei Haushalten mit höheren Einkommen. Nach einer soziodemografischen Auswertung des NIM Konsumklimas sinkt der Indikator bei den einkommensstärksten 25 Prozent deutlich stärker als im Durchschnitt. Besonders die schwächere Anschaffungsneigung und eine höhere Sparbereitschaft belasten die Entwicklung.
Obere 25 Prozent verlieren 13,8 Punkte
In der höchsten Einkommensgruppe fällt der Konsumklimaindikator gegenüber dem Vormonat um 13,8 Punkte auf -38,0 Punkte. Zum Vergleich: Der Gesamtindikator sinkt um 3,8 Punkte auf -30,6 Punkte.
Auch die obere mittlere Einkommensgruppe zeigt eine deutlich schwächere Stimmung. Dagegen bleiben die Werte in den beiden unteren Einkommensgruppen vergleichsweise stabil.
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Hohe Einkommen sparen mehr
Bei den oberen 25 Prozent verschlechtern sich die Einkommenserwartungen, während die Anschaffungsneigung deutlich sinkt. Gleichzeitig nimmt die Sparneigung ausgehend von einem bereits hohen Niveau weiter leicht zu.
In der oberen Mitte fällt der Konsumklimaindikator um 9,6 Punkte auf -28,7 Punkte. Hier gehen die Einkommenserwartungen nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat wieder zurück, während die Sparneigung spürbar zunimmt.
Untere Einkommensgruppen bleiben stabiler
In der unteren Mitte steigt der Konsumklimaindikator dagegen um 3,0 Punkte auf ebenfalls -28,7 Punkte. Die Einkommenserwartungen bleiben stabil, die Anschaffungsneigung erholt sich leicht und die Sparneigung geht etwas zurück.
Bei den unteren 25 Prozent sinkt der Indikator lediglich um 1,0 Punkt auf -22,4 Punkte. Zwar verschlechtern sich dort die Einkommenserwartungen deutlich, zugleich bleibt die Anschaffungsneigung weitgehend unverändert und die Sparneigung nimmt weiter ab.
Obere Hälfte steht für 68 Prozent der Konsumausgaben
Für die Gesamtentwicklung des privaten Konsums ist die Eintrübung bei höheren Einkommen besonders relevant. Nach Angaben des NIM entfallen rund 68 Prozent der Konsumausgaben auf die obere Einkommenshälfte, während die untere Hälfte etwa 32 Prozent trägt.
Wenn einkommensstärkere Haushalte größere Anschaffungen verschieben und stattdessen mehr sparen, kann dies die Konsumerholung stärker bremsen als eine vergleichbare Entwicklung bei niedrigeren Einkommen.
NIM sieht längerfristige Eintrübung bei Spitzenverdienern
Nach Einschätzung des Instituts handelt es sich bei den oberen 25 Prozent nicht nur um einen kurzfristigen Ausschlag. Die schwächere Stimmung sei bereits seit Beginn des Iran-Kriegs zu beobachten.
Für den Handel und andere konsumnahe Branchen ist damit vor allem die Entwicklung bei größeren Anschaffungen entscheidend. Eine anhaltend hohe Sparneigung in einkommensstarken Haushalten könnte die Nachfrage nach höherpreisigen Waren und Dienstleistungen zusätzlich dämpfen.





